Dienstag, 22. März 2022

Strom- und Gaspreiserhöhungen: Ratenzahlungen sind möglich

Die hohen Energiekosten bringen viele Familien in Südtirol in finanzielle Bedrängnis. Erleichterung bringt ein Gesetzesdekret aus Rom: Die Einkommensgrenze für den Energie-Bonus für 2022 wurde angehoben. Es haben Familien mit ISEE unter 12.000 Euro Anrecht. Außerdem ist für Kunden, die mit dem Bezahlen der Rechnungen in Verzug kommen, eine Ratenzahlung vorgesehen, erklärt die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS).

Mit einem Gesetzesdekret hat die Regierung in der vergangenen Woche beschlossen, die Einkommensgrenze für den Energie-Bonus für 2022 anzuheben: Es haben Familien mit ISEE unter 12.000 Euro Anrecht. - Foto: © Shutterstock / shutterstock

Verbraucher in Südtirol werden noch für längere Zeit unter den starken Preiserhöhungen bei Strom- und Gas zu leiden haben. Viele haben Schwierigkeiten, das Familienbudget unter Kontrolle zu halten, und fragen sich, ob diese hohen Fixausgaben sie nun in eine finanzielle Notlage bringen werden.

Die Unterstützungsmaßnahmen (Sozialboni des Staates, Einmalbeitrag des Landes) greifen für Bürger mit niedriger Einkommenslage. Durch die Teuerung kommen aber auch viele Familien ins Schleudern, die einkommensbedingt von diesen Maßnahmen ausgeschlossen sind (mittleres Einkommen, Alleinverdiener mit zu Lasten lebender Familie und ähnliches).

Mit einem Gesetzesdekret hat die Regierung in der vergangenen Woche beschlossen, die Einkommensgrenze für den Energie-Bonus für 2022 anzuheben: Es haben Familien mit ISEE unter 12.000 Euro Anrecht.

Was tun?

Wenn der Betrag der letzten Strom- oder Gasrechnung für eine Sofortzahlung zu hoch scheint, hat man die Möglichkeit, beim eigenen Energieanbieter eine Ratenzahlung zu beantragen.

Grundsätzlich gibt es derzeit 2 Möglichkeiten einer Ratenzahlung. Zum einen die staatlich vorgesehene mit ziemlich komplexen Auflagen, die unten genauer beschrieben ist (erste Rate 50 Prozent der Rechnung, kann erst verlangt werden, wenn die Rechnung schon angemahnt wurde) und zum anderen die vom Anbieter „normal“ angebotene, die vor Fälligkeit der Rechnung vereinbart werden muss.

Die erste Variante ist zwar zinsfrei, aber meistens eher ungünstig, da die erste Rate die Hälfte der Rechnung beträgt. Bei der zweiten Ratenzahlungsart fallen Zinsen an, die aber nicht wirklich ins Gewicht fallen, da der gesetzliche Zinssatz niedrig ist. Die Kunden dürften nach Einschätzung der VZS mit der zweiten Möglichkeit etwas besser dran sein.

Ratenzahlung: die Möglichkeit nach Vorgaben der Aufsichtsbehörde

Die Aufsichtsbehörde ARERA hat zur Umsetzung des Haushaltsgesetzes 2022 die Details für die Ratenzahlung der Rechnungen mit Ausstellungsdatum zwischen 1. Januar und 30. April festgelegt. Alle Anbieter (sowohl des geschützten als auch des freien Markts) sind verpflichtet, Strom- und Erdgaskunden, die mit der Zahlung der Rechnungen in Verzug kommen, eine Ratenzahlungsmöglichkeit anzubieten.

Konkret müssen die Anbieter, bevor sie mit der Aussetzung der Strom- und Erdgaslieferung fortfahren, dem insolventen Kunden eine Zahlungsaufforderung zuschicken, in der ein zinsloser Ratenzahlungsplan angeboten wird, der Folgendes vorsieht:

Eine Ratenzahlungsfrist, die jener der Rechnungen entspricht, wobei die Anzahl der Raten insgesamt der Anzahl der Rechnungen entspricht, die in der Regel innerhalb von 10 Monaten ausgestellt werden und deren Wert jeweils mindestens 50 Euro beträgt.

Eine erste Rate in Höhe von 50 Prozent des gesamten Betrags, welcher mit Ratenzahlung beglichen wird, und die restliche Hälfte des Betrags wird auf gleichgroße Raten aufgeteilt.

„Kritisch anzumerken ist hier, dass durch diese Vorgaben die Rechnungen bereits überfällig sein und die Zahlungen vom Anbieter beanstandet werden müssen, bevor die Verbraucher die Ratenzahlung beantragen können. Auf diese Weise geht man grundsätzlich das Risiko ein, dass die Strom- bzw. Gaslieferung aufgrund von Zahlungsrückständen unterbrochen wird, bevor man überhaupt die Ratenzahlungen beanspruchen kann – eine grundsätzlich absurde Voraussetzung“, erklärt die VZS in einer Aussendung.

Alternative Ratenzahlung

Die großen nationalen Anbieter (Enel, Eni, Edison, um nur einige zu nennen) und auch einige der lokalen haben darauf sofort reagiert und bieten bessere Ratenzahlungsbedingungen: hier kann gleich um Ratenzahlung angesucht werden. Sollten Sie bei der Anfrage auf Ratenzahlung auf Schwierigkeiten stoßen, können Sie dies der VZS melden.

„Wenn Sie feststellen, dass Sie Strom- oder Gasrechnungen nicht sofort bezahlen können, gilt es schnell zu handeln“ sagt Gunde Bauhofer, Geschäftsführerin der VZS. „Beantragen Sie schriftlich bei Ihrem Anbieter einen Ratenzahlungsplan über mindestens 2-3 Raten, um die Zahlungslast etwas zu verteilen. Dies immer in der Hoffnung, dass die Energiepreise auf ein akzeptables Niveau zurückkehren, sprich jenes vor Oktober 2021.“

stol

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