<BR /><BR />Laut der zwölften Ausgabe des „Observatoriums zu den Steuereinnahmen“, die vom Forschungszentrum Itinerari Previdenziali erarbeitet und nun gemeinsam mit der Vereinigung der Führungskräfte CIDA im Parlament vorgestellt wurde, haben von den insgesamt rund 59 Millionen in Italien lebenden Menschen 42,5 Millionen im Jahr 2024 eine Steuererklärung abgegeben.<BR /><BR />Tatsächlich mindestens einen Euro an IRPEF gezahlt haben jedoch nur rund 33,5 Millionen Menschen – also etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung. 43,15 Prozent der Italiener hingegen haben laut der Studie kein Einkommen (oder geben zumindest keines an). Das heißt: Fast jeder zweite Italiener lebt auf Kosten anderer.<BR /><BR />Dazu kommt, dass laut Studie fast die Hälfte der Italiener ein Jahresbruttoeinkommen von weniger als 10.000 Euro angibt. <BR /><BR />Kann das sein? Diese Frage stellte auch der Präsident des Forschungszentrums Itinerari Previdenziali, Alberto Brambilla: „Ist es wirklich glaubwürdig, dass fast die Hälfte der Italiener mit rund 10.000 Euro brutto im Jahr auskommt?“ Die Antwort gab er sich selbst: „Diese Zahl ist durch die Schattenwirtschaft aufgeblasen.“<h3> 11,6 Millionen Menschen tragen 78 Prozent der IRPEF-Steuerlast</h3>Insgesamt wurden laut Studie 207 Milliarden Euro an IRPEF gezahlt – den Löwenanteil davon (78 Prozent) haben jedoch lediglich 11,6 Millionen Steuerzahler gestemmt. 33 Millionen Menschen tragen dagegen die restlichen 23 Prozent des IRPEF-Steueraufkommens.<BR /><BR />Beeindruckend ist die Leistung des Mittelstandes und der Gutverdiener: Rund 27 Prozent der Steuerzahler geben ein Bruttojahreseinkommen von 29.000 Euro und mehr an – und sie zahlen drei Viertel des IRPEF-Aufkommens. 72 Prozent der Italiener erklären hingegen Einkommen von weniger als 29.000 Euro und tragen damit gut 23 Prozent der IRPEF-Steuereinnahmen.<h3> „Das Bild eines armen Landes“</h3>„Das wirkt eher wie das Bild eines armen Landes als das eines G7-Staates – und es erscheint wenig glaubwürdig, wenn man die Konsumgewohnheiten der Italiener betrachtet, die allein 2023 rund 150 Milliarden Euro für Glücksspiel – einschließlich Automaten und Online-Spiele – ausgegeben haben“, kommentierte Alberto Brambilla.<BR /><BR />Auch Stefano Cuzzilla, Präsident der CIDA, sieht die Studie kritisch: „Oft heißt es, Italien sei ein Land, das unter einer erdrückenden Steuerlast leide. Aber stimmt das wirklich? Die Zahlen sprechen eine andere Sprache“, erklärte er. „Das Problem ist nicht, dass alle zu viel zahlen, sondern dass wenige für alle zahlen.“<BR /><BR />Für ihn steht damit die Wettbewerbsfähigkeit des Landes auf dem Spiel: „Das ist wie bei einer Fußballmannschaft. Wenn nur drei Spieler rennen und die anderen zuschauen, kann man kein Spiel gewinnen. Dieses Ungleichgewicht zermürbt die Mittelschicht, entmutigt junge Menschen und gefährdet die Zukunft des Landes. Deshalb fordern wir im Vorfeld des Haushaltsgesetzes mutige politische Entscheidungen: weniger Steuerhinterziehung, mehr Gerechtigkeit sowie echte Investitionen in Arbeit und Löhne.“<h3> „Steuerlast senken“</h3>Mehr Steuergerechtigkeit und weniger Steuerlast – dafür sprach sich auch Vizepremier und Forza-Italia-Vorsitzender Antonio Tajani aus: „Die Steuerlast auf Löhne und Gehälter muss verringert werden, Überstunden, Produktionsprämien und 13. Monatsgehälter müssen steuerlich entlastet werden.“ Zudem wolle die Regierung ein einfacheres, transparenteres und gerechteres Steuersystem, das Unternehmen dabei unterstützt, innovativ zu sein.