Mittwoch, 28. August 2019

Studie: Haushalte auf dem Arbeitsmarkt

71,9% der Südtiroler Haushalte haben mindestens ein erwerbstätiges Mitglied. 34,2% der Haushalte besteht aus zwei oder mehr Erwerbstätigen. Dies geht aus den Zahlen des Landesstatistikamtes Astat hervor, welches zum ersten Mal das Thema Erwerbstätigkeit aus Perspektive der Haushalte und ihrer Mitglieder analysiert hat.

Das Landesstatistikamt ASTAT hat das Verhältnis zwischen Erwerbstätigkeit und Haushalten im Jahr 2018 erhoben.
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Das Landesstatistikamt ASTAT hat das Verhältnis zwischen Erwerbstätigkeit und Haushalten im Jahr 2018 erhoben. - Foto: © shutterstock

Im Jahr 2018 haben 89,3% der Haushalte mit mindestens einem Arbeitnehmer mindestens ein Mitglied, das ein unbefristetes Arbeitsverhältnis hat, wohingegen in 23,4% der Haushalte mindestens eine Person befristet beschäftigt ist. Bei fast der Hälfte der Paare mit Kindern arbeitet mindestens ein Mitglied in Teilzeit. In Südtirol gibt es 5.600 Haushalte ohne 65-Jährige, ohne Erwerbstätige und ohne Rentner. In 7.500 Haushalten herrscht geringe oder sehr geringe Arbeitsintensität.

In den 10 Jahren zwischen 2008 und 2018 ist die Zahl der Haushalte um fast 25.000 gestiegen. Die Situation ist stabil, denn in 7 von 10 Haushalten ist mindestens eine erwerbstätige Person. 

Die Analyse der Zahl der Erwerbstätigen im Haushalt ergibt auch, dass im Durchschnitt 28,1% der Haushalte kein erwerbstätiges Haushaltsmitglied haben. Paare mit Kindern weisen den höchsten Anteil an Erwerbstätigen auf: In 71,7% der Fälle arbeiten mindestens zwei Personen. 

Teilzeitarbeit bei nahezu der Hälfte der Paare mit Kindern

Insbesondere sind es die Paare mit Kindern und die kinderlosen Paare, bei denen der höchste Anstieg der Teilzeitarbeit zu verzeichnen ist. 

In 5.600 Haushalten (ohne 65-Jährige) gibt es weder Erwerbstätige noch Rentner. Wichtig ist es dabei auch, den Teil der Bevölkerung zu identifizieren, der nicht zwingenderweise wirtschaftliche Schwierigkeiten hat, aber von sozialer Ausgrenzung bedroht sein könnte, da er in einem Haushalt lebt, in dem niemand arbeitet oder dessen Mitglieder in einem unsicheren Arbeitsverhältnis und/oder mit wenigen Arbeitsstunden beschäftigt sind.

Südtirol führend innerhalb Italien

In 7 von 10 Südtiroler Haushalten ist die Arbeitsintensität sehr hoch. Haushalte mit Kindern, insbesondere Paare mit Kindern und Alleinerziehende, haben eine geringe Arbeitsintensität. Dies hängt wahrscheinlich auch mit der Teilzeitarbeit zur Betreuung der Kinder zusammen. 7.500 Haushalte (4,7%) weisen eine niedrige oder sehr niedrige Arbeitsintensität auf.

Südtirol liegt mit einem durchschnittlichen Arbeitsintensitätsindex von 0,87 an der Spitze aller italienischen Regionen. Der letzte verfügbare Wert für Gesamtitalien ist jener von 2017, der sich auf 0,75 beläuft.

Haushalte mit Kindern

Neben der allgemeinen Arbeitssituation der Haushalte wurde auch die Arbeitssituation der Kinder untersucht, da es große Unterschiede gibt, wenn die Kinder in der Familie arbeiten und nicht zu Lasten leben. Im Jahr 2018 haben 56,7% der Südtiroler Haushalte keine Kinder, die im Haushalt leben. 28,0% der Haushalte haben nur zu Lasten lebende Kinder, 10,4% haben nur unabhängige Kinder, 4,9% hingegen beide Kindertypen.

Außerdem gibt es 3.800 Haushalte mit Kindern, in denen kein Mitglied erwerbstätig ist.

stol

stol