Donnerstag, 17. März 2016

Studie: Südtirols Wirtschaft hat Krise gut überstanden

2009 wurde die Weltwirtschaft bis in ihre Grundfeste erschüttert, noch heute kämpfen ganze Länder darum, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Wie eine aktuelle Studie des Landesinstitutes für Statistik ASTAT zeigt, hat Südtirol die Finanzkrise vergleichsweise gut überstanden.

Auch in Zeiten der Krise hat Südtirols Wirtschaft vergleichsweise gut durchgehalten.
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Auch in Zeiten der Krise hat Südtirols Wirtschaft vergleichsweise gut durchgehalten. - Foto: © shutterstock

Die Studie beleuchtet die wirtschaftliche Situation Südtirols beginnend von 1995 bis 2014.

Bis 2003 verzeichnete Südtirol laut Studie abwechselnd gute und schlechte Wachstumsjahre. In den nächsten 10 Jahren dann hatte sich die Wachstumsentwicklung der Südtiroler Wirtschaft verstärkt.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nahm um durchschnittlich 1,3 Prozent pro Jahr zu - eine eindeutige Verbesserung im Vergleich zum Anstieg von 1 Prozent pro Jahr zwischen 1996 und 2003.

"Die letzten zehn Jahre waren dabei von zwei Phasen gekennzeichnet: erstens durch den weltweiten Konjunkturaufschwung nach dem Platzen der Dotcom-Blase und nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, an dem Südtirol mit erheblichen BIP-Zuwächsen (2,3 Prozent pro Jahr) teilnehmen konnte, und zweitens durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2008, mit der sich die Weltwirtschaft seither schwer tut."

Rasche Erholung nach der globalen Finanzkrise 2009

Natürlich blieb auch Südtirol nicht vom wirtschaftlichen Einbruch verschont. "Diesem Rückgang des BIP von 2,1 Prozent folgte jedoch eine schnelle Erholung", schreiben die Experten. So lag der BIP bereits im Jahr 2010 wieder auf 3,1 Prozent.

Die Schuldenkrise 2011 stellte vor allem in Italien eine wirtschaftliche Bedrohung dar. "Doch Südtirol konnte 2011 und 2012 weiterhin ein BIP-Wachstum registrieren, allerdings mit merklicher Abwärtstendenz."

Für 2013 und 2014 stünden laut Experten noch keine definitiven Daten bereit, es zeichne sich jedoch für 2013 eine Stagnation, für 2014 ein Abschwung ab.

"Insgesamt ist die Südtiroler Wirtschaft relativ gut durch die letzten, krisengeprägten Jahre gekommen", so das Fazit der ASTAT-Experten.

Gute Position im Ländervergleich

Und auch im Vergleich mit anderen Ländern steht steht Südtirols BIP-Wachstum gut da:

"Zwischen 2007 und 2014 wuchs das Südtiroler BIP zwar gerade mal um 0,7 Prozent. Italien musste in derselben Periode aber ein Minus von 1,3 Prozent verkraften, das Trentino minus 0,6 Prozent. Selbst das heute wirtschaftlich starke Deutschland kam lediglich auf ein Plus von 0,8 Prozent, Österreich auf 0,6 Prozent, also weniger als Südtirol", freut sich Landeshauptmann Arno Kompatscher, der auch das Amt des Wirtschaftslandesrates inne hat.

„Diese Ziffern dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Krise nicht spurlos an uns vorbeigezogen ist“, betont Kompatscher in einer Aussendung. So war das BIP 2014 um 0,6 Prozent rückläufig.

Südtirol habe die Krise also verspätet zu spüren gekriegt, vor allem wegen seiner Abhängigkeit vom italienischen Markt. „Mittlerweile haben sich viele Südtiroler Unternehmen auch anderen Absatzmärkten zugewandt, sind internationaler aufgestellt. Das ist wichtig, um in zukünftigen Krisen besser gewappnet zu sein“, sagt Kompatscher.

stol

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