Die Daten, die das Afi vorlegt, zeichnen ein geteiltes Bild über das vergangene Jahr. Rein quantitativ gesehen präsentierte sich Südtirols Arbeitsmarkt von der besten Seite: Die Zahl der Beschäftigten war mit 235.074 so hoch wie noch nie, getragen von immer mehr ausländischen Staatsbürgern. Sie machen mittlerweile 17,2 Prozent der Gesamtbeschäftigung aus.<h3> Erwerbsarmut auch hierzulande ein Thema</h3>„Quantitative Rekorde sagen noch nichts über die Qualität der Arbeitsbedingungen. Diese äußern sich durch faire Entlohnung und hohe Arbeitszufriedenheit“, sagt Afi-Direktor Stefan Perini. Dahingehend liefern die Zahlen des Instituts ein durchwachsenes Bild. <BR /><BR />In der Südtiroler Privatwirtschaft arbeiten rund 23.700 lohnabhängig Beschäftigte zu einem Stundenlohn von weniger als neun Euro, wie das Afi schreibt, das auf eine entsprechende Studie des Landesstatistikamtes Astat aus dem Jahr 2023 verweist. Das entspricht etwa zwölf Prozent aller Arbeitnehmer im privaten Sektor.<BR /><BR />Auch die Umfragen des Afi selbst bestätigen die zum Teil prekäre finanzielle Lage trotz Jobs. In der Herbstbefragung des Afi-Barometers gaben drei von zehn Befragten an, nur mit einigen oder sogar großen Schwierigkeiten mit ihrem Einkommen über die Runden zu kommen. Diese Einschätzung zieht sich durch sämtliche Erhebungen des Jahres 2025.<BR /><BR />Bei der Selbsteinschätzung, in den kommenden zwölf Monaten Geld ansparen zu können, teilen sich die Befragten des Afi-Barometers nahezu exakt in zwei Hälften. Während ein Teil zuversichtlich ist, Rücklagen bilden zu können, geht der andere davon aus, dazu nicht in der Lage zu sein.<BR /><BR />„Ein zukunftsfähiger Arbeitsmarkt braucht nicht nur viele Jobs, sondern gute Jobs – mit stabilen Verträgen, existenzsichernden Löhnen und echten Perspektiven für alle Generationen“, sagt Afi-Präsident Stefano Mellarini.