Vorgestellt wurden die Ergebnisse am 9. Dezember im Palais Widmann von Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof und AMS-Direktor Stefan Luther.<h3> Strategie bis 2030: Mehr Menschen in Beschäftigung bringen</h3>„Aktive Arbeitsmarktpolitik ist notwendig und wirkt“, betonte Landesrätin Amhof. Südtirol arbeite derzeit an einer Arbeitsmarktstrategie bis 2030, um den Standort attraktiv zu halten – mit hochwertigen Arbeitsplätzen, starker Wertschöpfung und einer effizienteren Vermittlung zwischen Betrieben und Arbeitssuchenden.<BR /><BR />Ein wesentlicher Hebel sei die höhere Erwerbsbeteiligung, vor allem von Frauen, jüngeren und älteren Menschen:<BR /><BR />„Wir haben ein Potenzial von 10.000 bis 12.000 zusätzlichen Arbeitskräften in Südtirol, die wir für den Arbeitsmarkt dazugewinnen könnten.“<h3> Beschäftigungsplus vor allem im Gastgewerbe</h3>AMS-Chef Luther ging auf die Detailzahlen ein. Besonders dynamisch entwickelte sich:<BR /><BR /><b>Gastgewerbe:</b> +4,0 %<BR /><BR /><b>Unterbringungsfreies Sozialwesen:</b> +3,5 %<BR /><BR /><b>Andere private Dienstleistungen</b>: +2,9 %<BR /><BR /><b>Bauindustrie:</b> +2,5 %<BR /><BR />Weniger Wachstum verzeichnete der Handel mit +1,5 Prozent. Rückläufig war das verarbeitende Gewerbe (-0,3 %) – vor allem wegen Stellenabbau im Automotive-Sektor, wo 450 Jobs wegfielen.<BR /><BR />Bei den Vertragsarten zeigt sich ein moderater Zuwachs bei unbefristeten Anstellungen (+2 %), aber auch bei befristeten (+1,9 %). Die Beschäftigung legte bei Männern stärker zu (+2,4 %) als bei Frauen (+1,3 %).<BR /><BR />Registerarbeitslosigkeit steigt – vor allem bei Personen ohne Wohnsitz<BR />Zu den Arbeitslosenzahlen erklärte Luther: „Im untersuchten Zeitraum waren durchschnittlich 13.027 Personen arbeitslos gemeldet, ein Plus von 5,4 Prozent, also 662 Personen, gegenüber dem Vorjahr. Auffällig ist der Anstieg von Arbeitslosen ohne Wohnsitz in Südtirol, mit einem Plus von 19,6 Prozent.“<BR /><BR />Gründe seien unter anderem ein verhaltener Saisonbeginn. Positiv sei dagegen die Entwicklung bei den sofort vermittelbaren Langzeitarbeitslosen: Mit 339 Personen liegt dieser Wert so niedrig wie seit 2008 nicht mehr, während die Gesamtzahl der Langzeitarbeitslosen leicht stieg.<BR /><BR />„Die Beschäftigungslage bleibt insgesamt verhalten positiv, aber wir stehen vor strukturellen Herausforderungen“, so Luther. „Der Rückgang im Automotive-Sektor ist ein Zeichen für strukturelle Veränderungen; die steigende Zahl von Arbeitslosen ohne Wohnsitz in Südtirol zeigt, dass wir gezielte Maßnahmen brauchen, um das vorhandene Arbeitskräftepotenzial besser zu aktivieren, Arbeitslose nachhaltiger in den Arbeitsmarkt zu bringen.“<BR /><BR />Im europäischen Vergleich stehe Südtirol weiterhin gut da, wenngleich gegenüber nördlichen Nachbarregionen Verbesserungspotenzial bestehe. Hinweise erhoffe man sich von der laufenden Studie „REX“, die Auswanderung, Pendelbewegungen und Rückkehrpotenziale untersucht. Ergebnisse werden Anfang 2026 erwartet.<h3> WaltherPark: Erste Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt</h3>Erstmals analysiert wurde auch das Beschäftigungsprofil des im Oktober eröffneten Einkaufszentrums WaltherPark in Bozen. Dort arbeiten aktuell 601 Personen, davon 408 befristet. Die Herkunft der Beschäftigten zeigt ein heterogenes Bild:<BR /><BR /><b>32 % aus anderen Provinzen Italiens</b><BR /><BR /><b>32 % aus Südtirol</b><BR /><BR /><b>36 % aus dem Ausland</b><BR /><BR />Aus der Registerarbeitslosigkeit stammen 21 Prozent der Beschäftigten; 16 Prozent nahmen dort ihre erste oder nach längerer Pause eine neue Tätigkeit auf. Auffällig ist zudem eine starke Konzentration: 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten für die drei größten Arbeitgeber.