Freitag, 08. Mai 2020

Südtirol – Das Land der Gutverdiener

Die Zahl der Besserverdiener ist in Südtirol seit 2017 um rund 2000 Personen gestiegen, stellt das AFI fest. Im Schnitt beträgt das dem Fiskus gemeldete Südtiroler Einkommen 24.761 Euro pro Steuerzahler. Südtirol belegt also einen Spitzenplatz bei Einkommen und Steuerkraft.

In Südtirol gibt es erheblichen Unterschiede in der Wohlstandsverteilung.
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In Südtirol gibt es erheblichen Unterschiede in der Wohlstandsverteilung. - Foto: © shutterstock
„Der Wermutstropfen dabei ist, dass die Steuererklärungen auch aus den vergangenen guten Zeiten große Einkommensunterschiede und Steuerlöcher anzeigen“, merkt AFI-Direktor Stefan Perini kritisch an.

Genau 427.970 Südtiroler haben 2019 dem Fiskus ihre Einkommen aus dem Jahr 2018 gemeldet. Die Gesamtsumme der erklärten Einkommen beträgt 10,6 Milliarden Euro und damit im Schnitt 24.761 Euro pro Steuerzahler. Besser verdient nur die Lombardei mit im Schnitt 25.666 Euro pro Steuerzahler. „Durchschnittwerte sind eine Sache, die reale Einkommensverteilung aber zeigt uns ein ganz anderes Bild“, gibt AFI-Direktor Stefan Perini zu bedenken.


Viele Gutverdiener, ungleich mehr Schlechtverdiener


Das AFI (Arbeitsförderungsinstitut) nimmt jedes Jahr die vom Ministerium für Wirtschaft und Finanzen veröffentlichten Daten der Einkommenssteuererklärungen genau unter die Lupe. „In Südtirol gibt es im untersuchten Steuerjahr 14.874 Personen, die 75.000 Euro brutto und mehr Einkommen pro Jahr erklären. Das sind rund 2000 mehr als noch vor 2 Jahren – ein Zuwachs, der sich nach der Corona-Krise wahrscheinlich nicht mehr so wiederholen wird – andererseits stellen wir fest, dass 112.208 Steuersubjekte ein Einkommen von weniger als 10.000 Euro brutto melden“, weist Direktor Perini auf einer erhebliche Schieflage in der Einkommens- und Steuergerechtigkeit hin.


Osten reich, im Westen nichts Neues


Die 5 Gemeinden mit dem höchsten durchschnittlichen Einkommen pro Steuerzahler sind alte Bekannte in den Analysen des AFI: Corvara (30.803 Euro), Pfalzen (29.713 Euro), Bruneck (29.449 Euro), Wolkenstein (29.324 Euro) und Eppan (28.549 Euro).



Die Landeshauptstadt Bozen rückt im Vergleich zum Vorjahr vom 14. auf den 12. Platz auf (26.889 Euro). Am unteren Ende der Rangliste kommt der Westen des Landes ins Spiel. Schlusslichter sind wieder einmal die Vinschger Obstbaugemeinden Latsch (16.175 Euro), Kastelbell-Tschars (14.318 Euro) und Laas (14.131 Euro) sowie die Berggemeinden Martell (14.903 Euro) und Taufers im Münstertal (14.571 Euro).


„Die erheblichen Unterschiede der Wohlstandsverteilung im Spiegel der Steuererklärungen erklären sich zu einem guten Teil durch die Wirtschafts- und Arbeitsmarktstruktur und durch steuerliche Sondersituation in der Landwirtschaft sowie der Grenzpendler“, führt Perini aus.


stol

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