Südtirols Wirtschaft ist 2025 gewachsen – allerdings laut Bericht nur sehr moderat. Demnach legte das reale Bruttoinlandsprodukt in Südtirol um rund 0,6 Prozent zu. In der Nachbarprovinz Trient betrug das Wachstum 0,5 Prozent. Südtirol lag damit auch leicht über dem italienischen Durchschnitt von ebenfalls 0,5 Prozent. <h3> Export, Immobilien und Kredite</h3>Südtirol schnitt auch bei den Exporten besser ab: Real gingen die Ausfuhren im vergangenen Jahr um 0,4 Prozent zurück, im Trentino dagegen um 4,3 Prozent. In Euro gerechnet stiegen Südtirols Exporte aber noch leicht um 0,8 Prozent, während sie im Trentino um 3,3 Prozent sanken. Das heißt: Südtirol hat zwar preisbereinigt etwas weniger exportiert. Wegen höherer Preise blieb der Wert der Exporte aber leicht im Plus. Gebremst wurde die Entwicklung in beiden Provinzen vor allem durch die schwache Nachfrage auf wichtigen europäischen Absatzmärkten.<BR /><BR />Deutlich dynamischer blieb in Südtirol zudem der Immobilienmarkt. Laut Banca d’Italia stiegen die Wohnimmobilienpreise hierzulande um 6,8 Prozent. Im Trentino betrug das Plus 3,2 Prozent, italienweit 4,0 Prozent. Bei den Immobilientransaktionen war das Bild dagegen umgekehrt: In Südtirol nahmen sie wieder moderat zu, im Trentino fiel der Anstieg deutlicher aus.<BR /><BR />Auch am Kreditmarkt entwickelte sich Südtirol günstiger. Die Bankkredite an Haushalte und Unternehmen nahmen laut Banca d’Italia im Dezember 2025 um 2,5 Prozent zu, nachdem sie Ende 2024 noch um 1,6 Prozent zurückgegangen waren. Im Trentino schwächte sich der Rückgang zwar deutlich ab, die Kredite lagen Ende 2025 aber noch um 0,6 Prozent unter dem Vorjahreswert.<h3> Starke Zuwächse im Tourismus</h3>Ähnlich schnitten die Nachbarprovinzen im Tourismus ab. Die Nächtigungen nahmen laut Banca d’Italia in Südtirol um 3,1 Prozent zu, im Trentino um 3,2 Prozent. Der Vergleich relativiert sich allerdings durch die Größenordnung: Südtirol kommt insgesamt auf fast doppelt so viele Nächtigungen wie die Nachbarprovinz.<BR /><BR />Weiterhin sehr robust zeigte sich der Südtiroler Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote sank auf 1,8 Prozent. Im Trentino lag sie bei 2,2 Prozent, italienweit bei 6,1 Prozent. <h3> Kaufkraft schwindet</h3>Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte nahm real um 0,9 Prozent zu, im Trentino um 0,8 Prozent. Gerade beim Einkommen zeigt der Bericht aber auch die Kehrseite der Entwicklung. Zwar stiegen die durchschnittlichen Nominallöhne im privaten Sektor zwischen 2008 und 2023 in Südtirol um 33,4 Prozent und damit stärker als im Trentino mit 22,8 Prozent und in Italien mit 23,3 Prozent. Real, also nach Abzug der Inflation, gingen die Löhne in beiden Provinzen jedoch um rund acht Prozent zurück. Besonders stark schlug der Kaufkraftverlust in den Jahren 2022 und 2023 durch, als die stark gestiegenen Preise die Einkommen entwerteten. Die jüngsten Lohnsteigerungen konnten diesen Verlust laut Banca d’Italia bisher nicht wettmachen.