Freitag, 08. Juli 2016

Südtirol goes Crowdfunding: Erste lokale Plattform vorgestellt

Kraut… was? Das fragen sich vermutlich viele Südtiroler, wenn sie erstmals das Wort Crowdfunding hören. Dabei handelt es sich um eine innovative Art der Finanzierung von Produkten und Projekten. Der lvh hat am Freitag die erste Crowdfunding-Plattform für Südtirol vorgestellt.

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Foto: © D

„Viele tolle Ideen bleiben oft in der Schublade liegen, da der Unternehmer keine Finanzierungsmöglichkeit dafür findet. Einen Investor oder ein Bankinstitut von einem interessanten Projekt zu überzeugen, erwies sich besonders in den letzten Jahren als äußerst schwierig“, erklärte Jasmin Fischnaller, Vorsitzende der Junghandwerker im lvh im Rahmen der Pressekonferenz am Freitag.

Jetzt gibt es in Südtirol eine ganz neue Art der Finanzierung: das sogenannte Crowdfunding, für das der Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister eine neue Plattform ins Leben gerufen hat.

„Ziel der Plattform ist es, den hiesigen Betrieben eine Möglichkeit zu bieten, in einem virtuellen Ort ihre Projekte und Ideen vorzustellen, dort Unterstützter zu finden und damit die Umsetzung von neuen Ideen zu erleichtern. Crowdfunding funktioniert dabei wie ein Vorverkauf“, erklärte Sandra Kainz, Koordinatorin der Abteilung Innovation im lvh.

Zuerst nur für Unternehmen, später auch für Privatpersonen

 

Crowdfunding kombiniere in idealer Form Finanzierung, Kundenbindung, Marketing und Markttest und stelle somit ein großes Potential für Gründer, aber auch für bestehende Unternehmen dar. „Die bestehende Plattform ist zunächst Unternehmen vorbehalten, soll in einem zweiten Schritt auch von Privatpersonen genutzt werden“, ergänzte die Mitarbeiterin der Abteilung Innovation, Kathrin Pichler.

Den Projektstart bilden die Ideen von zwei jungen Handwerksunternehmern: der Tischlermeister Georg Oberrauch strebt die Finanzierung seines Kraxlboards an, mit dem er Kletterern aus Südtirol und über die Grenzen hinaus eine Trainingsmöglichkeit zu Hause bieten will. Michael Überbacher sucht über die Plattform Unterstützer für sein Bike-Rolley, eine kompakte Vorrichtung für das einfache und platzsparende Verstauen von Fahrrädern im Auto.

„Crowdfunding wird sich über kurz oder lang auch in Südtirol als alternative bzw. zusätzliche Finanzierungsform durchsetzen. Gut daran finde ich auch, dass es ein hervorragendes Instrument zur Marktanalyse darstellt. Mit Crowdfunding lassen sich nämlich nur jene Projekte verwirklichen, wofür auch Nachfrage besteht. Wird das Ziel nämlich nicht erreicht, muss die Idee überarbeitet und an die Marktbedürfnisse angepasst werden“, so Überbacher. 

stol

stol