Die Untersuchung basiert auf Zahlen des Ministeriums für die wirtschaftliche Entwicklung.„Bestätigt wird das Ergebnis von einer aktuellen Studie zum gleichen Thema der Handelskammer der Region Venetien. Damit ist belegt: Südtirol hat keine Privilegien. Wir sind Nettozahler“, erklärte Handelskammerpräsident Michl Ebner heute auf einer Pressekonferenz in Bozen, auf der die Studie vorgestellt wurde.In die Studie einbezogen wurden alle Einnahmen und Ausgaben aller öffentlichen Institutionen (Provinz, Gemeinden, Staat, NISF, Handelskammer, usw. …). Einnahmen von 7,9 Milliarden Euro im Jahr 2007 standen Ausgaben von 7,5 Milliarden gegenüber. Die öffentlichen Institutionen haben also in Südtirol im Jahr 2007 pro Kopf 15.947 Euro eingenommen und 15.224 Euro ausgegeben.In diese Rechnung nicht mit einbezogen wurde die italienische Staatsverschuldung. Der Staat hat im Jahr 2007 ca. 75 Milliarden Euro an Zinsen bezahlt. Müsste sich Südtirol daran beteiligen, würde die Provinz Bozen zum Nettoempfänger: Der Anteil Südtirols läge im Jahr 2007 bei ca. 600 Millionen Euro. Inwieweit sich Südtirol an den Zinszahlungen und an einem Solidaritätsausgleich beteiligen müsste – etwa durch die Übernahme weiterer Kompetenzen – sei jedoch eine politische Frage, betont die Handelskammer in ihrer Studie. Bei der Rechnung müsse aber auch die besondere Situation Südtirols berücksichtigt werden, die zu hohen Ausgaben führe.„Zur Versachlichung der Diskussion muss gesagt werden, dass die Dreisprachigkeit in der öffentlichen Verwaltung und der Schule und die Tatsache, dass 80 Prozent des Territoriums über 1000 Meter liegen, zu höheren Kosten führen“, unterstrich Ebner. Schließt man die Beteilignug an den Staatsschulden aus, zählt die Provinz Südtirol, zusammen mit der Lombardei, den Regionen Emilia Romagna, Venetien, Latium, Piemont, Toskana, Friaul Julisch Venetien, den Marken sowie dem Trentino zu den Nettozahlern. Alle anderen Regionen und Provinzen – die Autonome Provinz Aosta mit eingeschlossen - sind Nettoempfänger.Die Studie der Handelskammer Bozen hat auf politischer Ebene erhebliche Bedeutung. Andere Regionen – vor allem Venetien – aber auch Minister haben Kürzungen der Zahlungen an Südtirol gefordert. Derartige Forderungen wurden auch bei der Diskussion um den Steuerföderalismus laut.rb