Südtirols Export zeigt sich laut den jüngsten Quartalszahlen bislang robust – trotz US-Zöllen und der wirtschaftlichen Schwäche in den wichtigsten Absatzländern Deutschland und Österreich. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Ausfuhren sowohl im zweiten Quartal (plus 3,8 Prozent) als auch im dritten Quartal (plus 2,0 Prozent).<BR /><BR />Ganz anders präsentiert sich die Lage im Trentino: Dort gingen die Exporte im zweiten Quartal um 6,3 Prozent und im dritten Quartal um 3,3 Prozent zurück – und das über nahezu alle Produktgruppen hinweg. Besonders stark betroffen sind die Textil- und Bekleidungsindustrie sowie der Pharmabereich.<h3> Einzelne große Aufträge verfälschen das Bild</h3>Der Unterschied zwischen den beiden Provinzen ist jedoch nicht so groß, wie die relativen Zahlen vermuten lassen. In absoluten Zahlen verbuchte das Trentino im dritten Quartal 2025 ein Minus von knapp 40 Millionen Euro, Südtirol ein Plus von rund 38 Millionen Euro. „Das sind Größenordnungen, die bereits durch einzelne größere Transaktionen spürbar beeinflusst werden können“, erklärt Luciano Partacini, Direktor des Amtes für Wirtschaftsinformationen der Handelskammer.<BR /><BR />Mit anderen Worten: Südtirol dürfte sein Plus derzeit vor allem einzelnen Großaufträgen verdanken. So ist der starke Zuwachs im Fahrzeug-Export im vergangenen Quartal wahrscheinlich auf Aufträge einzelner Unternehmen wie Iveco Defense zurückzuführen. Ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt jedoch bei beiden Provinzen eine „Dynamik der Verlangsamung“, erklärt Partacini.<h3> Trentino etwas stärker vom US-Markt abhängig</h3>Sowohl Südtirol als auch das Trentino stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Deutschland ist für beide Provinzen der wichtigste Handelspartner. Die wirtschaftliche Schwäche Deutschlands schlägt sich daher direkt in den Exportzahlen nieder. „Besonders deutlich ist der Rückgang bei Südtirol“, betont Partacini. Die Lieferungen in die Bundesrepublik sind in den vergangenen Monaten um fast zehn Prozent gesunken.<BR /><BR />Ähnlich verhält es sich mit den USA: Für Südtirol machen sie rund acht Prozent des gesamten Exportvolumens aus und sind damit der drittwichtigste Handelspartner. Für das Trentino sind die USA mit 11,2 Prozent sogar der zweitgrößte Absatzmarkt. Entsprechend stärker ist das Trentino von der Entwicklung auf dem US-Markt und von dortigen Zollmaßnahmen betroffen. Die Ausfuhren brachen im dritten Quartal um fast 17 Prozent ein, in Südtirol um minus 4,6 Prozent. <BR /><BR />Auffällig ist die Entwicklung in Richtung Süd- und Mittelamerika: Während die Exporte aus dem Trentino dort rückläufig waren, konnte Südtirol ein deutliches Wachstum erzielen. Warum das so ist, lässt sich schwer beantworten. Auch hier könnten einzelne größere Aufträge eine Rolle spielen, so Partacini.