Donnerstag, 21. Dezember 2017

Südtirol ist #topofgermany

Das Projekt der Superlative – die neue Seilbahn Zugspitze - wurde am Donnerstag termingerecht und feierlich in Anwesenheit zahlreicher Vertreter aus Politik und Wirtschaft eröffnet. Nach 2 Jahren intensiver Bauzeit hat Deutschlands höchster Berg eine neue Seilbahn inklusive einer neuen Berg- und Talstation bekommen.

Die neue Zugspitzbahn wurde am Donnerstag feierlich eingeweiht.
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Die neue Zugspitzbahn wurde am Donnerstag feierlich eingeweiht. - Foto: © APA/AFP

Engster Raum und extreme Wetterbedingungen machten das Vorhaben zur technischen Meisterleistung von Ingenieuren, Handwerkern und Monteuren. Stahlbau Pichler war für den kompletten Stahl- und Fassadenbau der Tal- und Bergstation verantwortlich, aber auch weitere Südtiroler Unternehmen waren maßgeblich am Erfolg der Projekts beteiligt.

Unternehmerverband-Präsident Federico Giudiceandrea, Handelskammer-Präsident Michl Ebner, sowie der Präsident der Südtiroler Seilbahn-Unternehmer Helmuth Sartori ließen es sich nicht nehmen bei der Eröffnung auf der Zugspitze dem Bauherrn und den beteiligten Unternehmen zu gratulieren.

v.l.n.r.: Ferdinand Pichler (Stahlbau Pichler)Michl Ebner (Präsident Handelskammer Bozen) Federico Giudiceandrea (Präsident Unternehmerverband) Peter Huber (Vorstand BZB) Tanja und Walter Pichler (Stahlbau Pichler), Josef Negri (Direktor Unternehmerverband) Siegfried Pichler (Früherer Präsident Seilbahnunternehmer Südtirols) Helmuth Sartori (Präsident der Seilbahnunternehmer Südtirols)

Bahn ist dreifache Weltmeisterin 

Der Streckenverlauf und die Lage von Tal- und Bergstation bleiben weitgehend gleich. Aber: Die neue Bahn, die jetzt Seilbahn Zugspitze heißt, ist gleich dreifache Weltmeisterin: Sie wird über die viereinhalb Kilometer lange Fahrt nur eine Stütze kreuzen. Diese ist mit 127 m weit höher als die rund 100 m hohen Türme der Münchner Frauenkirche und wird damit die höchste Pendelbahnstütze aus Stahl sein.

- Foto: apa/afp

Außerdem überwindet die Seilbahn mit 1.945 m den größten  Gesamthöhenunterschied auf der Welt. Und weil es nur die eine Stütze gibt, ist das freie Spannfeld mit 3.213m gleichzeitig auch das längste der Welt.

Planungsphase von 3 Jahren

Allein die Planungsphase für dieses Unterfangen hat drei Jahre beansprucht. „Zu den größten Herausforderungen für die neue Touristenattraktion zählen aber nicht nur die Höhenlage und die Wetterbedingungen auf knapp 3.000m, sondern auch die exponierte Lage der Baustelle am Berg sowie das Thema Logistik. Denn im Gegensatz zu Baustellen im Tal musste auf der Zugspitze alles just-in-time angeliefert werden, da die Lagermöglichkeiten nur sehr begrenzt waren.“ sagt Walter Pichler von Stahlbau Pichler.

Hinzu kommt, dass die Bauarbeiten zur neuen Seilbahn bis Frühjahr 2017 parallel zum laufenden Fahrbetrieb der bestehenden Eibsee-Seilbahn erfolgen mussten. Die Eigentümerin der Bahn, die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG (BZB) hat insgesamt 50 Millionen Euro für die neue Seilbahn investiert und setzt nun alles in Bewegung, damit das Reisen für die Besucher komfortabler wird, damit Wartezeiten verringert und Kapazitäten erhöht werden. Ab jetzt können sie ganz neue Ausblicke genießen.

Glas spielt zentrale Rolle

Denn der Werkstoff Glas spielt nicht nur bei den neuen Kabinen sondern auch im Architekturkonzept von Hasenauer Architekten aus Saalfelden eine zentrale Rolle. „Bereits in der Talstation hat der Zugspitzbesucher künftig freie Sicht auf den Eibsee und die Zugspitze.

- Foto: apa/afp

In der Bergstation kommen Fahrgäste ab jetzt in den Genuss vollverglaster Bahnsteige, welche bereits beim Ein- oder Aussteigen panoramareiche Ausblicke ermöglichen - das neue Gebäude wird 35 Meter über dem Abgrund hängen.“ sagt Peter Huber, Vorstand der BZB.

Glas spielt eine zentrale Rolle. - Foto: apa/afp

Die gläserne Fassade der Station, gezackt und funkelnd wie die alpinen Gipfel ringsumher, schwebt über dem fast 1.000m hohen Steilhang im Norden des höchsten Berggipfels Deutschlands. Wie eine schimmernde Krone soll die auf einem schmalen Grad sitzende neue Bergstation künftig weithin sichtbar den Gipfel der Zugspitze überragen – eine statische und bauplanerische Herausforderung.

1000 Tonnen Stahl

Verantwortlich für den  kompletten Stahl- und Fassadenbau der neuen Tal- und Bergstation war Stahlbau Pichler aus Bozen. Insgesamt wurden über 1.000 Tonnen Stahl verarbeitet und 5.300 Quadratmeter Fassade umgesetzt.

Die neue Bergstation verfügt über drei Ebenen samt Gastronomie zur Bewirtung der Gäste sowie eine Gipfelterrasse mit Rundum-Panoramablick.

Die Panoramaterrasse. - Foto: apa/afp

Die spektakuläre Baustelle lag ohne Zufahrtsmöglichkeiten unmittelbar neben dem Gipfelkreuz und wartete aufgrund der Kälte mit erschwerten Arbeitsbedingungen auf, der 2. Baukrans (von der Firma Niederstätter) musste täglich enteist werden und für die Logistik am Berg war die Materialseilbahn (von der Firma Moosmair) unabdingbar.

stol

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