Mittwoch, 09. März 2016

Südtirol: Leben wie die Finnen

In den Krisenjahren ist Süditalien noch ärmer geworden. Wie aus Angaben des Statistikamts Eurostat hervorgeht, hat das Pro-Kopf-Einkommen in einigen süditalienischen Regionen einen neuen Negativrekord erreicht. Anders die Situation in Südtirol.

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16.700 Euro pro Kopf liegt das Durchschnittseinkommen in Kampanien, berichtete die Tageszeitung „La Stampa“ am Mittwoch. In Kalabrien sinkt das Einkommen sogar auf 16.100 Euro.

Anders sei die Lage in der Lombardei, der Emilia Romagna und – in Trentino-Südtirol. Hier liege das Pro-Kopf-Einkommen bei über 30.000 Euro pro Jahr und sei mit Nordtirol und Finnland vergleichbar.

„Menschliche Einöde“ droht

Mehr als der Rest Italiens zahlt der Süden einen hohen Preis für die Krise. Laut dem italienischen Wirtschaftsinstitut Svimez droht dem „Mezzogiorno“ wegen der massiven Auswanderung, Rezession und der rückläufigen Geburtenzahl eine „industrielle und menschliche Einöde“.

Zwischen 2008 und 2014 ist die Beschäftigung in den süditalienischen Regionen um neun Prozent zurückgegangen, das ist sechs Mal so viel wie im Rest des Landes. Von den 811.000 Menschen, die wegen der Krise ihren Job verloren haben, leben 576.000 im Süden, wie aus dem Svimez-Bericht hervorgeht.

5,8 Millionen Personen sind in Süditalien beschäftigt, das ist der niedrigste Stand seit 1977.

apa

stol