Donnerstag, 01. Juli 2021

Südtirol mit schlechtester Beschäftigungsentwicklung

Die Auswirkungen der pandemiebedingten Krise sind in allen untersuchten Gebieten zu beobachten, Südtirol zeichnet sich aber in Hinblick auf Erwerbstätige und Arbeitslose im internationalen und regionalen Vergleich für das Jahr 2020 durch die schlechteste Entwicklung bei der Beschäftigung aus. Dies hat das Landesstatistikamt ASTAT erhoben.

Die Erwerbstätigenquote in der Europäischen Union bestehend aus 27 Ländern sank um 0,7 Prozentpunkte auf 72,3 Prozent.
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Die Erwerbstätigenquote in der Europäischen Union bestehend aus 27 Ländern sank um 0,7 Prozentpunkte auf 72,3 Prozent. - Foto: © shutterstock
Die für 2020 errechnete Erwerbstätigenquote Südtirols liegt zwar sowohl bei den 15- bis 64-Jährigen (72,2 Prozent) als auch bei den 20- bis 64-Jährigen (77,2 Prozent) über dem Durchschnittswert der EU-27 (Richtwert der von der Strategie Europa 2020 festgelegten 75 Prozent), allerdings zeichnet sich Südtirol durch die schlechteste Entwicklung bei der Beschäftigung aus.




Die Erwerbstätigenquote in der Altersgruppe der 20- bis 64-Jährigen sank um 2,0 Prozentpunkte gegenüber 2019, als diese sich auf 79,2 Prozent belief.

Die Erwerbstätigenquote in der Europäischen Union bestehend aus 27 Ländern sank um 0,7 Prozentpunkte auf 72,3 Prozent. Die Ostschweiz ist das einzige von den untersuchten Gebieten, das keine besonderen Auswirkungen der pandemiebedingten Krise auf die Erwerbstätigenquote aufweist.




Arbeitslosigkeit steigt in ganz Europa

Die Auswirkungen der pandemiebedingten Krise machen sich auch bei der Arbeitslosigkeit in allen untersuchten Gebieten bemerkbar, mit Ausnahme von Italien, wo die Arbeitslosenquote sogar gesunken ist.

Die Arbeitslosenquote in Südtirol stieg um 0,9 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent im Jahr 2020. Die Südtiroler Arbeitslosenquote liegt nach wie vor unter dem Durchschnitt der Europäischen Union bestehend aus 27 Ländern (7,1 Prozent) und entspricht den Werten der Ostschweiz (3,9%) und Deutschlands (3,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote der Frauen ist in allen untersuchten Gebieten mit Ausnahme von Österreich und Deutschland deutlich höher als jene der Männer.




Auch die für 2020 errechnete Jugendarbeitslosenquote liegt in Südtirol (9,3 Prozent) weiterhin klar unter dem EU-Durchschnitt von 16,9 Prozent. Allgemein sind die Jugendlichen von der pandemiebedingten Krise stärker betroffen: die Arbeitslosenquote in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen ist in fast allen Gebieten etwas mehr gestiegen als die Gesamtarbeitslosenquote.




Die Arbeitslosenquote unter den Jugendlichen steigt in Südtirol relativ wenig und ähnlich wie die Gesamtarbeitslosenquote (+0,9 Prozentpunkte gegenüber 2019), auch wenn die Arbeitslosigkeit unter den jungen Frauen von 9,3 Prozent auf 11,3 Prozent stärker zunimmt. Im Trentino und in Österreich wächst die Arbeitslosenquote in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen um 2,3 bzw. 2,0 Prozentpunkte und damit stärker als in den anderen Gebieten.

Nichterwerbs-Quote steigt ebenfalls

Die pandemiebedingten Einschränkungen im Jahr 2020 wirken sich auch auf die Nichterwerbspersonen aus, deren Zahl aus verschiedenen Gründen zusammen mit jener der Arbeitsuchenden steigt. Die Nichterwerbsquote(2) der 15- bis 64-Jährigen steigt in Südtirol von 23,7 Prozent im Jahr 2019 auf 24,9 Prozent im Jahr 2020 an.




In Italien, wo die Arbeitslosenquote sogar gesunken ist, ist die Nichterwerbsquote im Vergleich zu den anderen untersuchten Ländern am stärksten gestiegen, und zwar um 1,6 Prozentpunkte auf 35,9% im Jahr 2020. Mit anderen Worten: Mehr als anderswo ist in Italien die Zahl der Arbeitsuchenden gesunken und jene der Nichterwerbspersonen gestiegen. Im EU-27-Durchschnitt steigt die Nichterwerbsquote um 0,5 Prozentpunkte auf 27,1 Prozent im Jahr 2020.

stol