Vorweg: Ich will hier keine Stammtisch-Diskussion nachahmen, um billigen Applaus zu bekommen. Ich will auch keinen Sozialneid schüren. Aber eines lässt sich nicht schönreden: Immer, wenn wieder einmal über eine Aufstockung der Gehälter oder Prämien von Spitzenbeamten und Führungskräften in Land und Gemeinden diskutiert wird, muss auch über die eklatante Kluft zwischen Lebenshaltungskosten und Durchschnittsgehalt in Südtirol gesprochen werden.<BR /><BR /><embed id="dtext86-71774890_quote" /><BR /><BR />Nicht falsch verstehen: Die Führungskräfte und Spitzenbeamten im Land bringen zweifellos ihre Leistung – naja, alle dann auch wieder nicht, - und die Prämien sind gerechtfertigt. Aber es ist vor allem der Durchschnittssüdtiroler, der endlich in die Lage versetzt werden muss, sich die hohen Lebenshaltungskosten in Südtirol leisten zu können. Ohne dass er jeden 20. im Monat schon nicht mehr weiß, wie über die Runden kommen.<BR /><BR />Der Tourismus in Südtirol floriert – das spüren Einheimische vor allem an den Preisen in Restaurants und Bars. Gleichzeitig ist Grund und Wohnraum knapp und entsprechend teuer. Die Mieten und Immobilienpreise sind unverschämt hoch. Das Einzige, was nicht hoch ist, sind die Gehälter vieler Südtiroler.<BR /><BR /><embed id="dtext86-71774891_quote" /><BR /><BR />Ein Vergleich zeigt: Die Kosten in Südtirol sind mit jenen in leistungsstarken Regionen Bayerns oder Baden-Württembergs vergleichbar – die Löhne aber nicht. Sie liegen hier deutlich niedriger. Das ist wirtschaftlich kurzfristig und unklug. <BR /><BR />Denn, wenn man nicht will, dass noch mehr Südtiroler der Armutsgrenze nahekommen, wenn man nicht will, dass der Konsum sinkt, wenn man langfristig denken will, statt nur kurzfristig Gewinne zu sichern, dann muss man auf eine einkommensstarke Bevölkerung setzen. Nur wer genug verdient, kann in die Zukunft investieren – und damit auch in Südtirol.<BR /><BR /><embed id="dtext86-71774892_quote" /><BR /><BR />Denn eines scheint vielen Unternehmen nicht bewusst: Der Arbeitskräftemangel wird in den kommenden Jahren noch deutlicher spürbar werden. Gleichzeitig drängen neue Generationen auf den Arbeitsmarkt: „Generation Z“ und „Alpha“. Diese treten selbstbewusst auf und formulieren ihre Forderungen klar. Werden diese nicht erfüllt, ziehen sie weiter.<BR /><BR />Mit welchen Arbeitskräften will Südtirol dann seinen Wohlstand sichern?<BR /><BR /> <a href="mailto:redaktion@stol.it" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">arnold.sorg@athesia.it</a>