Freitag, 18. November 2016

„Südtirol sieht sich gerne als Nabel der Welt“

Jahrelang war er der Herr über den Südtiroler Tourismus. Vor vier Jahren dann der Paukenschlag: Christoph Engl hat seinen Job als SMG-Direktor gekündigt und ein paar Monate darauf Südtirol den Rücken gekehrt.

Christoph Engl - Foto: DLife/da
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Christoph Engl - Foto: DLife/da

Seine Kampfeslust, seine Impulsivität und sein Selbstbewusstsein hat er aber nicht verloren, wie er im Interview unter Beweis stellt – ganz im Gegenteil. 

Südtirol Online: Herr Engl, nach langer Zeit wieder ein öffentlicher Auftritt in Südtirol. Als was sind Sie hier: als Heimatferner, als Gast oder als Prophet im eigenen Land?
Christoph Engl, seit drei Jahren Geschäftsführer bei Brand Trust: In erster Linie als Buchautor (Engl hat am Donnerstagabend in Tisens sein Buch „Destination Branding – von der Geografie zur Bedeutung“ vorgestellt, Anm. d. Red.).

STOL: Sie sind nun seit drei Jahren in Nürnberg. Hat sich Ihr Blick auf Südtirol verändert?
Engl: Er hat sich insofern verändert, da man nicht mehr Mittelpunkt und Teil dieses Landes ist, sondern nur noch Bürger. Ich war ja viele Jahre so etwas wie eine öffentliche Person hierzulande. Südtirol ist aber immer noch meine Heimat, die ich ewig lieben werde. Auf der anderen Seite sehe ich als Südtiroler im Ausland, wie anders es ist, wenn man sich auch in einem internationalen Umfeld beweisen muss und man keine Schutzzonen hat wie hierzulande. Man sieht, dass es nicht genügt, ein bisschen besser zu sein als andere, weil man zwei Sprachen beherrscht. Man merkt, dass es um ganz andere konkurrierende Umfelder geht gegen die man sich durchsetzen muss.

STOL: Zu Beginn dieses Jahres wurden SMG, EOS, BLS und TIS zu einer einzigen Organisation zusammengeschlossen. Wie sehen Sie diese Fusion?
Engl: Es war eine absolut mutige und richtige Entscheidung, die strategische Ebene auf eine gemeinsame Basis zu stellen. Es wird aber noch einige Zeit brauchen, bis man dieser Idee den Wert zuerkannt, die sie zweifelsohne hat.

STOL: Denken Sie an eine Rückkehr?
Engl: Diese Frage stellt sich derzeit überhaupt nicht. Ausschließen würde ich aber nichts. Derzeit wüsste ich nicht, welche Aufgabe ich in Südtirol übernehmen sollte.

Interview: Arnold Sorg und Petra Gasslitter
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Das komplette Interview mit Christoph Engl lesen Sie in der Wochenend-Ausgabe des Tagblatts „Dolomiten“.

stol