Dienstag, 20. Januar 2015

Südtiroler Arbeitnehmer gegen Abfertigung im Lohnstreifen

Anstatt am Ende des Arbeitsverhältnisses eine erhöhte Abfertigung zu erhalten, haben Italiens Arbeitnehmer nun auch die Möglichkeit, die angereifte Abfertigung monatlich über den Lohnstreifen zu kassieren. Die Südtiroler stehen dem skeptisch gegenüber.

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Foto: © shutterstock

Das kürzlich vom Staat verabschiedete Stabilitätsgesetz hat den Weg für die monatliche Auszahlung der angereiften Abfertigung im Lohnstreifen geebnet.

Das Gesetz sieht für Arbeitnehmer der Privatwirtschaft (Landwirtschaft und Haushaltsdienste ausgenommen), die seit mindestens sechs Monaten im Dienst sind, die Möglichkeit vor, beim eigenen Arbeitgeber die monatliche Auszahlung der angereiften Abfertigung über den Lohnstreifen anzufordern, und zwar von März 2015 bis Juni 2018.

Eine Umfrage des Arbeitsförderungsinstituts wurde in der ersten Dezember-Hälfte durchgeführt, als das Vorhaben noch zur Diskussion stand, wie die Südtiroler denn dazu stehen würden.

“Nur 16 Prozent der Arbeitnehmer der Privatwirtschaft geben an, dass sie die monatlich angereifte Abfertigung über den Lohnstreifen erhalten möchten. Sieben Prozent der Befragten sind noch unentschlossen, während drei von vier es vorziehen, die Abfertigung bei Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses zu erhalten“, erklärte Irene Conte, die im Institut das AFI-Barometer koordiniert.

Hauptsächlich seien es die jungen Arbeitnehmer, die von dieser neuen Möglichkeit Gebrauch machen würden.

Monatliche Zahlung soll Wirtschaft ankurbeln

Die Idee, die dieser Maßnahme zugrunde liegt ist, dass man den Arbeitnehmern mehr Geld über den monatlichen Lohnstreifen zuführen soll, um so den Konsum anzukurbeln, was die wirtschaftliche Wiederbelebung fördern würde.

Aus der AFI-Umfrage gehe jedoch hervor, dass von den 16 Prozent, die sich die angereifte Abfertigung auszahlen lassen werden, nur rund ein Drittel damit einkaufen gehen würde.

29 Prozent geben an, sie für alltägliche Ausgaben einsetzen zu wollen, zwei Prozent für die Freizeit. 43 Prozent  der Befragten hätten jedoch nicht vor, diese Geldmittel auszugeben, sondern sie für familiäre Bedürfnisse anzusparen.

liz

stol