Freitag, 20. Mai 2016

Südtiroler "Artenvielfalt"

Am Sonntag wird der internationale Tag der Biodiversität – auch Tag der biologischen Vielfalt genannt – begangen. Für Südtirols Obstwirtschaft Grund genug einen Blick auf das Artenreichtum zu werfen.

Der Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau nahm gemeinsam mit den EURAC-Verantwortlichen die Apfelwiesen genau unter die Lupe.  Foto: © Paul Pernter
Badge Local
Der Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau nahm gemeinsam mit den EURAC-Verantwortlichen die Apfelwiesen genau unter die Lupe. Foto: © Paul Pernter

Seit dem Jahr 2000 wird der Tag der Biodiversität jährlich am 22. Mai begangen. 

Der Ursprung dieses Tages liegt in Nairobi, wo am 22. Mai 1992 erstmals Einigkeit über den Text des UN-Übereinkommens über biologische Vielfalt erzielt wurde.

Heute, 24 Jahre später, zählt es mit über 190 Vertragsstaaten zu den erfolgreichsten Übereinkommen der Vereinten Nationen. Ziele des Abkommens sind vor allem die Erhaltung der biologischen Vielfalt und die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile.Auf diesem Abkommen beruhen auch mehrere Initiativen, die in Südtirol von der EURAC und dessen Institut für Alpine Umwelt ins Leben gerufen wurden.

Dazu gehört die mittlerweile zweite Auflage der Südtiroler Wiesenmeisterschaft ebenso wie das Projekt SOILDIV aus dem Jahr 2014. Soil ist Englisch und heißt Boden, div steht dabei für die Diversität, nach der unter Führung der Institutsleiterin Univ.-Prof. Ulrike Tappeiner und des Zoologen Univ.-Prof. Dr. Erwin Meyer von der Universität Innsbruck geforscht wurde.

Über 60.000 Bodentiere 

Dabei wurden aus 280 Bodenproben von 70 verschiedenen Standorten über 60.000 Bodentiere extrahiert:  Regenwürmer, Spinnen, Weberknechte, Tausendfüßler, Hunderfüßer, Ohrwürmer, Asseln, Käfer, Mücken- und Fliegenlarven und vieles mehr. Erwin Meyer und sein Team entdeckten dabei auch Arten, die in Südtirol zuvor noch nie beobachtet worden waren.

Unter den untersuchten Standorten befanden sich auch 20 Obst- und 15 Rebanlagen. Diese waren trotz ihrer Bewirtschaftung, sei es nach biologischer als auch integrierter Anbauweise, teilweise belebter als von den Forschern erwartet und erreichten ähnliche Diversitätswerte wie Mähwiesen.

Für Georg Kössler, Obmann des Südtiroler Apfelkonsortiums, ein insgesamt sehr erfreuliches Ergebnis: „Die Studie hat gezeigt, dass die Bemühungen um immer mehr Naturnähe im Südtiroler Obstbau Früchte bringen – und zwar sowohl im biologischen wie im integrierten Anbau. Diesen Weg wollen wir weitergehen.“

stol

stol