Die Produktion von Biomilch hat in Südtirol eine noch relativ junge Geschichte. Im Jahr 1998 brachte der Milchhof Meran als erster Milchhof Südtirols Biofrischmilch auf den Markt. Inzwischen stellen auch der Milchhof Sterzing, die Sennerei Algund, der Milchhof Brixen, Mila und die Psairer Bergkäserei Biomilchprodukte her.Mit einem Marktanteil von 1,6 Prozent ist die Biomilchproduktion auf Südtirols Markt zwar eine Nische, aber eine erfolgreiche: In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Produktion fast verfünffacht. 2011 lieferten 80 Bauern 6,2 Millionen Liter Biomilch.„Am Markt ist jedoch ein noch weit größeres Potential vorhanden“, so der Obmann des Sennereiverbandes Joachim Reinalter am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.Es werde mehr Biomilch benötigt, die Nachfrage sei größer als das Angebot. Reinalter appelliert daher an umstiegswillige Bauern: „ Für den Mehraufwand in der Produktion erhalten sie rund 20 Prozent mehr Milchgeld. Außerdem sind die Flächenförderungen größer“.In Südtirol werden in etwa 6.500 Hektar, das entspricht 2,7 Prozent der Gesamtfläche Südtirols, ökologisch bewirtschaftet. Davon sind 4.600 Hektar Wiesen und Weiden. In Europa beträgt die ökologisch bewirtschaftete Fläche knapp zehn Millionen Hektar, in Italien 1,1 Millionen Hektar.evl