Dienstag, 12. Dezember 2017

Südtiroler Getreide: Bioanbau nimmt zu

2017 war für Südtirols Getreidebauern kein einfaches Jahr: Die Ernte fällt dieses Jahr geringer aus. Der Anteil von Getreide aus biologischem Anbau nimmt aber zu.

Insgesamt 255 Tonnen Getreide wurden heuer im Pustertal, Vinschgau und Eisacktal, geerntet. - Foto: IDM / F. Blickle
Badge Local
Insgesamt 255 Tonnen Getreide wurden heuer im Pustertal, Vinschgau und Eisacktal, geerntet. - Foto: IDM / F. Blickle

Der Sommer 2017 bot keine ideale Voraussetzungen für das Südtiroler Getreide. „Zu Jahresbeginn war es sehr trocken und während der Erntesaison im August und September hat das Wetter nicht immer zu unseren Gunsten mitgespielt“, erklärt Rudolf von Berg, Inhaber der Meraner Mühle. Mit dem Ergebnis ist er dennoch zufrieden: „Die diesjährige Ernte weist im Allgemeinen eine sehr gute Qualität auf.“

Insgesamt 255 Tonnen Getreide wurden heuer im Pustertal, Vinschgau und Eisacktal, geerntet. Das waren 36 Tonnen weniger als 2016. 160 Tonnen der Gesamternte entfallen auf Roggen und 95 Tonnen auf Dinkel.

Bioanbau nimmt zu

Die Ernte fällt zwar geringer aus, der Anteil von Getreide aus biologischem Anbau nimmt aber zu. Während es im letzten Jahr 80 Tonnen Bioroggen waren, wurden heuer 92 Tonnen davon geerntet. Auch der Biodinkel erfreut sich wachsender Beliebtheit; in diesem Jahr wurden 60 Tonnen geerntet, knapp das Doppelte der Menge des Vorjahrs.

Von den insgesamt 85 Hektar Anbaufläche werden aktuell 15 Hektar auf biologischen Anbau umgestellt und anschließend biozertifiziert. Damit reagieren die Bauern auf die wachsende Nachfrage der einheimischen Bäcker nach Getreide aus Südtirol, das sie zu Brot und Backspezialitätenmit demQualitätszeichen Südtirolverarbeiten. Auch das nicht biozertifizierte Getreide wird regelmäßig auf seine Qualität überprüft. Der Anbau erfolgt naturnah. Das bedeutet, dass auf mineralische Dünger und Pflanzenschutzmittel verzichtet wird.

Steigende Nachfrage an Südtiroler Getreide

Die Nachfrage qualitätsbewusster Konsumenten nach diesem regionalen Produkt wächst, denn Brot und Backspezialitäten mit dem Qualitätszeichen Südtirol müssen zu mindestens 75 Prozent aus Südtiroler Getreide bestehen und werden nach traditionellen Rezepten hergestellt. Sie dürfen keine Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker oder chemische Zusätze, sondern nur natürliche Lockerungsmittel wie Hefe oder Sauerteig enthalten. Permanente und unabhängige Kontrollen stellen sicher, dass diese Qualitätskriterien eingehalten werden.

Vor sechs Jahren wurde das Projekt „Regiokorn“ ins Leben gerufen. Mittlerweile bauen 72 Bauern als Teil dieses Netzwerks Getreide an. Die Initiative wird von IDM Südtirol, Südtiroler Bauernbund, dem Versuchszentrum Laimburg dem Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol sowie dem Beratungsring Berglandwirtschaft (BRING) unterstützt und verfolgt das gemeinsame Ziel, regionale Getreideprodukte zu fördern und die Vielfalt der Kulturlandschaft Südtirols zu pflegen.

stol

stol