Montag, 04. November 2019

Südtiroler und Bayerische Wirtschaft für freien Warenverkehr über den Brenner

Es braucht eine nachhaltige Lösung für den Warenverkehr über den Brenner: diese kann nur über die Innovationskraft der Unternehmen und die technologische Entwicklung und nicht über Verbote führen. So lautet die gemeinsame Forderung des Unternehmerverbandes Südtirol und der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V..

Die beiden Präsidenten (v.vl.) Federico Giudiceandrea und Wolfram Hatz.
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Die beiden Präsidenten (v.vl.) Federico Giudiceandrea und Wolfram Hatz. - Foto: © ANDREW KLOTZ / KLOTZ ANDREW_BOLZANO_ITALY

Kürzlich trafen sich die beiden Arbeitgeberverbände zu einer gemeinsamen Präsidiumssitzung in Bozen, wobei die starke Verbundenheit mehrmals betont wurde. Hinsichtlich der Einschränkung des Transitverkehrs über den Brenner gelte es an einem Strang zu ziehen, um den freien Warenaustausch zu garantieren und gleichzeitig die Umweltbelastung zu reduzieren, unterstrichen die beiden Präsidenten Federico Giudiceandrea (Unternehmerverband) und Wolfram Hatz (vbw).

Diesbezüglich wurde auch eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, deren zentrale Forderung der Erhalt des freien Warenverkehrs über den Brenner ist. Die vom Land Tirol beschlossenen Maßnahmen gegen den Lkw-Transit wie die geplante Ausweitung des sektoralen Fahrverbots, die „Dosierung“ des Lkw-Transits und die beabsichtigte Ausweitung des Nachtfahrverbots auf LKW mit EURO 6 Motoren gefährden diesen nämlich stark. Vielmehr gelte es auf eine nachhaltige Lösung zu setzen, die nicht auf Verboten beruht, sondern innovative Wege einschlägt, um die Emissionen zu senken.

Wie die beiden Präsidenten betonten, muss deshalb bei den Kapazitäten von Schienenstrecken und Terminals angesetzt werden. Der Nordzulauf zum Brennerbasistunnel muss schnellstmöglich realisiert werden, die Anbindung der Terminals in Deutschland, Italien und Österreich kurzfristig verbessert und ihre Kapazität erweitert werden.

Zudem dürfe die technische Entwicklung nicht außer Acht gelassen werden: So sind dadurch bei den Nutzfahrzeugen in den letzten Jahren die Emissionen erheblich gesunken. Der Wirtschaftsverkehr leistet also schon heute einen deutlichen Beitrag zur Senkung der Luftschadstoffkonzentration, weshalb es zielführender ist, entsprechende Anreize zu geben, anstatt allgemeine Verbote einzuführen, so die beiden Verbände.

Unternehmerverband Südtirol und vbw-Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft appellieren an Tirol, die geplanten Änderungen beim sektoralen Fahrverbot nicht umzusetzen. Auch für die vielfältigen bestehenden Beschränkungen des Lkw-Verkehrs in Tirol müssen bessere Alternativen gefunden werden. Deutschland, Österreich und Italien müssen gemeinsam an Lösungen arbeiten: Auch die Unternehmen werden dafür durch ihre Innovationskraft ihren Beitrag leisten.

stol