Ausgehend von der gegenwärtigen Lage veröffentlicht das Landesinstitut für Statistik ASTAT die aktualisierten Schätzungen und Prognosen des Südtiroler Bruttoinlandsprodukts für die Jahre 2021, 2022 und 2023 sowie der Konsumausgaben der privaten Haushalte für 2021 und 2022 in Südtirol.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="823007_image" /></div> <h3> Unsicherheit und Stagflation: Prognosen für 2023 sinken</h3>Im Vergleich zur letzten Veröffentlichung im Frühjahr 2022 hat die Europäische Kommission die BIP-Prognosen(1) aller EU-Länder für 2023 nach unten korrigiert. Für Italien läge die Veränderung gegenüber<BR />2022 bei plus 0,9 Prozent (minus 1,0 Prozentpunkt im Vergleich zur<BR />vorherigen Schätzung), für Österreich bei plus 1,5 Prozent, für<BR />Deutschland bei plus 1,3 Prozent, während die EU-27 ein Wachstum von 1,5 Prozent verzeichnen würde.<BR /><BR />Nach dem jüngsten Bericht des Nationalinstituts für Statistik (ISTAT) würde im Jahr 2023 für Italien ein Volumenanstieg von 1,9 Prozent gegenüber 2022 erreicht werden, während die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nur 0,4 Prozent angibt.<BR /><BR />Angesichts der jüngsten Entwicklungen ist es wahrscheinlich, dass diese Prognosen jedoch weiter nach unten korrigiert werden.<BR /><BR />Die zunehmende geopolitische Instabilität, die Rohstoffknappheit und der Kaufkraftverlust der Haushalte aufgrund der hohen Inflation sind die wichtigsten Faktoren, die zu einer Verlangsamung des Wachstums im Jahr 2023 beitragen würden. Sollte sich das BIP-Wachstum folglich als 0 oder sogar negativ erweisen und der hohe Inflationsdruck sich über einen längeren Zeitraum fortsetzen, würde es 2023 zu einer Rückkehr zur Stagflation kommen.<BR /><BR />Für 2022 schätzen das ISTAT und die Europäische Kommission ein Wachstum von etwas weniger als 3 Prozent für Italien (plus 2,8 Prozent bzw. plus 2,9 Prozent), was auch auf die nunmehr fast vollständige Aufhebung der durch die Pandemie auferlegten Einschränkungen zurückzuführen ist.<BR /><BR />Mit einem recht kräftigen Wachstum in den Jahren 2021 (plus 6,7 Prozent) und 2022 würde Italien im Jahr 2023 wieder das vorpandemische BIP-Niveau erreichen, selbst wenn die konservativere Prognose der OECD eintreten sollte. Für die EU-27, Österreich und Deutschland hingegen wird erwartet, dass sie ihr VorPandemie-Niveau bereits bis Ende 2022 weitgehend wieder erreichen und im Jahr 2021 Veränderungen<BR />von jeweils plus 2,7; 3,7 bzw. 1,4 Prozent verzeichnen werden.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="823010_image" /></div> <h3> Mögliche Rückkehr des Südtiroler BIP auf das Vor-Pandemie-Niveau im Jahr 2022; Unsicherheit für 2023</h3>Dank des gemäßigten Aufschwungs des Tourismus und der Wirtschaft, insbesondere ab der zweiten Jahreshälfte 2021, dürfte Südtirol im selben Jahr ein BIP-Wachstum zwischen 6,5 Prozent und 7,0 Prozent verzeichnen, was in etwa dem Durchschnitt des Nordostens (plus 7,0 Prozent) entspricht.<BR /><BR />Trotz der hohen Inflationsrate, besonders seit den Sommermonaten, würden die neuen Rekordzahlen im Tourismus zusammen mit der fast vollständigen Aufhebung der restriktiven Maßnahmen aufgrund der Pandemie ein Wachstum zwischen 3,0 und 3,5 Prozent im Jahr 2022 ermöglichen. Damit würde das Südtiroler BIP bis Ende 2022 wieder das Niveau von vor der Pandemie erreichen.<BR /><BR />Für das Jahr 2023 herrscht große Unsicherheit. Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine und die sich daraus ergebende geopolitische Eskalation könnten sich sehr negativ auf die lokale Wirtschaft auswirken, die bereits eine hohe und über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt liegende Inflation aufweist.<BR /><BR />Die prognostizierte Veränderung des BIP könnte daher zwischen plus 0,5 und 1,0 Prozent liegen, was jedoch in hohem Maße von den Entscheidungen abhängt, die in den kommenden Monaten auf internationaler Ebene getroffen werden.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="823013_image" /></div> <h3> Teilweise Erholung der Konsumausgaben der privaten Haushalte in Südtirol im Jahr 2021</h3>Nach dem Einbruch im Jahr 2020 (minus 16,7 Prozent), der weit über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt (minus 11,3 Prozent) liegt, dürften sich die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Jahr 2021 mit einer Veränderung zwischen plus 7,0 und 8,0 Prozent teilweise erholen.<BR /><BR />Für das Jahr 2022 wird in einer ersten vorsichtigen Schätzung ein Wachstum der Konsumausgaben der privaten Haushalte zwischen 7,0 und 8,0 Prozent erwartet.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="823016_image" /></div>