Zwar laufen in Südtirol keine fertigen Autos vom Band, dafür aber unzählige unverzichtbare Bauteile: Getriebeteile von GKN Sinter Metals, Hochvoltschienen für E-Autos von Intercable oder ABS-Ventilblöcke von Alupress – Südtirols Automotive-Sektor mag zwar klein sein, ist aber hoch spezialisiert, was einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellt. Zu diesem Schluss kommt auch eine Studie der Freien Universität Bozen, die neun der größten Unternehmen der Branche untersucht hat.<BR /><BR /><embed id="dtext86-75502165_listbox" /><BR /><BR />Dass das Südtiroler Know-how auch im Ausland unverzichtbar ist, zeigen auch die Exportzahlen. 83 Prozent des Umsatzes werden im Ausland erzielt, viele Unternehmen exportieren laut Studie sogar über 90 Prozent ihrer Produktion. <h3> Produktivität um 44 Prozent gesteigert</h3>Der heimische Automotive-Sektor verzeichnete in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein starkes Wachstum bei Umsatz und Beschäftigung. Die untersuchten Unternehmen haben ihre Erlöse fast verdoppelt (plus 90 Prozent) – von 505 Millionen Euro im Jahr 2005 auf 959,2 Millionen Euro im Jahr 2025. Bezieht man weitere Branchen-Schwergewichte außerhalb der Studie wie Iveco und Alpitronic mit ein, erwirtschaftet Südtirols Automobilindustrie sogar einen Jahresumsatz von rund 3,1 Milliarden Euro.<BR /><BR />Parallel dazu wuchs die Belegschaft der neun Betriebe um knapp ein Drittel von 2.397 auf 3.159 Mitarbeiter. Die Produktivität legte um 44 Prozent zu, heißt, die Wertschöpfung pro Kopf ist gestiegen. <h3> Viele befürchten steigenden Wettbewerb</h3>Die Studie befasst sich auch mit den bestehenden Herausforderungen. So nennen 55,6 Prozent der befragten Unternehmen den Mangel an qualifizierten Fachkräften als eines ihrer größten Probleme.<BR /><BR />Als wichtigste externe Herausforderung gilt zudem der internationale Wettbewerb, insbesondere aus China. Ebenfalls 55,6 Prozent der Unternehmen bewerten dessen Einfluss bereits heute als stark oder sehr stark, 77,8 Prozent erwarten in den kommenden drei bis fünf Jahren eine weitere Verschärfung.<BR /><BR />Um auch in Zukunft dem Wettbewerb standzuhalten, sei es wichtig, die Produktion weiter zu automatisieren, gezielt in hochwertige Nischen zu investieren und ihr Fachwissen auch in neuen Branchen zu nutzen. Sinnvolle neue Geschäftsfelder sind zum Beispiel die Energiespeicherung und die Ladeinfrastruktur.<BR /><BR />„Entscheidend für die Zukunft wird sein, wie gut es gelingt, Innovation, Anpassungsfähigkeit und Zusammenarbeit innerhalb des gesamten Ökosystems weiterzuentwickeln“, sagt Klaus Mutschlechner, CEO Intercable und Präsident Automotive Excellence Südtirol.