Montag, 21. Januar 2019

Südtirols Filmbranche bringt „Knall“-Effekt und Rekordzahlen

Deutlich mehr Drehtage als im Vorjahr und ein Südtirol-Effekt, der die bisherigen Werte übersteigt: Das Jahr 2018 ist für den Filmstandort Südtirol sehr gut gelaufen, so die Bilanz von IDM Südtirol. Das vergangene Jahr stand vor allem im Zeichen der Südtiroler Filmemacher; noch nie hat IDM so viele lokale Filmprojekte gefördert wie in den letzten 12 Monaten.

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Foto: © shutterstock

Besonders erfreulich ist dabei auch, dass 12 der geförderten Filmprojekte von Regisseurinnen umgesetzt werden – ein Frauenanteil, der im internationalen Vergleich hoch ist. Ebenfalls hoch ist der Anteil an jungen Talenten, die gefördert wurden, darunter auch diverse Absolventen der Bozner Schule für Dokumentarfilm, Fernsehen und Neue Medien ZeLIG.

„Filmsektor wichtiger Wirtschaftszweig in Südtirol“

Insgesamt 458 Tage lang drehten Filmteams aus diversen Ländern 2018 in Südtirol – im Vorjahr waren es noch etwas über 400. Die umgesetzten Filmprojekte bescherten Südtirol insgesamt einen „Südtirol-Effekt“ von 210 Prozent; so nennt man den Effekt, wenn Produktionsfirmen laut Vorgaben von IDM ein Mehrfaches der erhaltenen Fördersumme wieder in Südtirol ausgeben. Auch hier gab es gegenüber 2017 ein Wachstum von 10 Prozent.

„Diese Zahlen bestätigen, dass sich der Filmsektor als wichtiger Wirtschaftszweig in Südtirol etabliert hat. Zudem zeigen diverse Firmengründungen wie jene von Südtirols erstem Postproduktionsunternehmen im letzten Jahr, dass der Bereich Film Südtiroler Kreativen interessante Arbeitsmöglichkeiten bietet und so den sogenannten ‚Braindrain‘, also die Abwanderung von Spitzenkräften in diesem Sektor eindämmen kann“, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher. 

32 geförderte Projekte

Gefördert wurden im vergangenen Jahr insgesamt 32 Projekte: 17 aus Italien, 10 aus Deutschland, 4 aus Österreich und eines aus Belgien. „15 der 32 Filmprojekte, die 2018 von IDM gefördert wurden, stammen von Südtiroler oder in Südtirol lebenden Regisseurinnen und Regisseuren oder wurden von Südtiroler Produktionsfirmen realisiert. Diese sehr positive Bilanz zeigt, dass sich in der heimischen Filmbranche viel bewegt und die Bemühungen von IDM fruchten, lokale Filmschaffende und Dienstleister durch diverse Weiterbildungsinitiativen sowie Gelegenheiten zum Netzwerken zu unterstützen und so die Südtiroler Filmlandschaft nachhaltig aufzubauen. Dadurch hat sich der Südtiroler Filmstandort immer weiter professionalisiert“, freut sich IDM-Präsident Hansi Pichler.

Am Start waren mit ihren Filmprojekten nicht nur bekannte Südtiroler Namen wie Andreas Pichler, Hannes Lang oder Bergsteigerlegende Reinhold Messner, sondern auch Regieneulinge wie Maura Delpero und Martine De Biasi oder ZeLlG-Abgänger Stefano Lisci. Die Südtiroler Produktionsfirmen Albolina Film, Mediaart, Giafatto Entertainment, Cooperativa 19, helios sowie Ammira Film, Dolomites und Miramonte Film erhielten genauso Förderungen für ihre Film- und Serienprojekte wie die in Belgien und Deutschland lebenden Südtiroler Regisseure Ronny Trocker und Carmen Tartarotti. 

International begehrt

Neben lokalen Projekten wurden im vergangenen Jahr natürlich auch nationale und internationale Produktionen gefördert und in Südtirol abgedreht. So realisierte Oscar-Regisseur Stefan Ruzowitzky Teile seiner Verfilmung von „Narziss und Goldmund“ mit den Jungstars Jannis Niewöhner, Sabin Tambrea und Emilia Schüle im Ahrntal und in Sand in Taufers. Auch Til Schweigers „Head Full of Honey“ mit Hollywood-Legende Nick Nolte machte im Juli 2018 in Südtirol Station. „4 zauberhafte Schwestern“ standen im Mittelpunkt der Dreharbeiten in Meran zu einer abenteuerlichen Familienkomödie mit Katja Riemann, Anna Thalbach und Justus von Dohnányi in den Hauptrollen. Von August bis September liefen die Südtiroler Dreharbeiten zu „Crescendo“, einem Film um ein israelisch-palästinensisches Jugendorchester. Regie führte Dror Zahavi, im Cast waren unter anderen Peter Simonischek, Daniel Donskoy und Bibiane Beglau. Sehr erfolgreich in den italienischen Kinos lief Anfang dieses Jahres der Familienfilm „La befana vien di notte“ mit Paola Cortellesi, Stefano Fresi und Odette Adado an, für den im Februar 2018 in Südtirol gedreht wurde. An den Sets dieser Filme arbeiteten zahlreiche Südtiroler Filmschaffende und Filmdienstleister mit. 

Südtirol-geförderte Filme hatten 2018 auch auf internationalen Festivals Erfolg: Ulrich Köhlers „In my Room“ lief unter anderem auf dem Filmfestival Cannes und dem Toronto Film Festival, die deutsche TV-Serie „Servus Baby“ wurde beim Filmfest München gezeigt und Kenneth Merckens „Coureur“ auf dem belgischen Film Fest Gent. „Ötzi e il mistero del tempo“ erlebte seine Premiere auf dem Giffoni Film Festival bei Salerno, einem der bekanntesten Kinderfilmfestivals weltweit. Regisseur Donato Carrisi gewann für sein Regiedebüt „La ragazza nella nebbia“, großteils in Südtirol entstanden, den David di Donatello und den Globo d'Oro, zwei der angesehensten Filmpreise Italiens. Und die Komödie „Kill me today, tomorrow l'm sick“ erhielt auf dem Montreal Filmfestival den Preis Silver Zenith.

stol 

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