Mittwoch, 08. Juli 2015

Südtirols Frächter wettern gegen sektorales Fahrverbot

Tirols Landeshauptmann Günther Plattner will innerhalb Herbst 2015 das sektorale Fahrverbot durch Tirol wieder einführen. Die hiesigen Frächter des Wirtschaftsverbands für Handwerk und Dienstleister (Ivh) wollen sich dies nicht gefallen lassen.

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Foto: © shutterstock

Günther Platter will mit der Wiedereinführung des sektoralen Fahrverbots die Auswirkungen des Verkehrs auf die Umwelt reduzieren. Die Warentransporteure können diesem Vorhaben nicht folgen. Sie sehen sich, in Zusammenhang mit Plattners Plänen, mit dem Ruin vieler Wirtschaftssektoren konfrontiert.

„Mit solchen Maßnahmen wird der freie Warenverkehr eingeschränkt und viele kleine und mittelständische Südtiroler Transporteure bleiben dabei auf der Strecke“, warnt der lvh-Obmann Elmar Morandell.

Gefahr für Südtiroler Transportunternehmen

„Ein sektorales Fahrverbot ist wettbewerbsverzerrend und würde die Existenz vieler kleiner und mittelständischer Transportunternehmen im gesamten Alpenraum und darüber hinaus gefährden“, erklärt der lvh-Obmann.

Des Weiteren gelte er zu bedenken, dass man die Umweltbelastung nicht nur den Transporteuern in die Schuhe schieben könne.

Studien des Schweizer Unternehmens Ökoscience AG zeigten, dass „die Einführung der Geschwindigkeitsbeschränkung für Pkw auf 100 km/h ein Emissionsminus von 15 Prozent erzielt werden konnte. Die Wiedereinführung des sektoralen Fahrverbots für den Schwerverkehr würde laut Ökoscience eine Verbesserung der Luftqualität um lediglich drei Prozent erreichen.“

Morandells Forderung: „Bevor der Brennerbasistunnel nicht fertig gebaut ist und die Ware schnell und effektiv mit der Bahn befördert werden kann, macht ein sektorales Fahrverbot keinen Sinn.“

Fahrrechte kaufbar

Die Diskussion um die Wiedereinführung der Alpentransitbörse bereite Morandell ebenfalls Sorgen. Vorgesehen sei, dass der Verkehr eingedämmt wird, indem Durchfahrtsrechte versteigert und gehandelt werden. „Von einer freien Wirtschaftstätigkeit kann dabei aber keine Rede mehr sein“, erklärt der Obmann.

Die Fächter fordern, dass keine weiteren wettbewerbsverzerrenden Maßnahmen umgesetzt werden. „Die freie Marktwirtschaft zu erhalten, hat oberste Priorität“, betont der Morandell, „nur so können wir die Existenz und Arbeitsplätze der Transporteure sichern.“

stol

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