Montag, 03. Februar 2020

Südtirols Großhandel kritisiert Fahrverbote auf der Brennerroute

Mit Unverständnis reagiert der Bereich Großhandel im hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol auf die Ankündigungen der politischen Entscheidungsträger im Bundesland Tirol, die Maßnahmen zur Begrenzung des Lkw-Verkehrs auf der Brennerroute weiter zu intensivieren.

Die Lkw-Fahrverbote im Bundesland Tirol machen  den Frächtern in Südtirol weiterhin zu schaffen.
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Die Lkw-Fahrverbote im Bundesland Tirol machen den Frächtern in Südtirol weiterhin zu schaffen. - Foto: © ZOOM.TIROL / ZOOM.TIROL
Erst mit Jahresbeginn sind weitere Transportverbote für bestimmte Güter in Kraft getreten. „Zusätzliche Beschränkungen des Warentransports sorgen nur für Wettbewerbsverzerrungen, schaden dem freien Warenverkehr ohne effizienten Beitrag für die Umwelt“, bemängelt der Vertreter des Großhandels im hds, Werner Gramm.




Diese Verbotspolitik mit Blockabfertigungen und Nachtfahrverboten würde letzten Endes nur dazu führen, dass die Waren für den Endkonsumenten nur teurer werden. Die zusätzlichen bzw. deutlich höheren Transportkosten durch regelmäßige Staus und lange Anfahrtszeiten werden einfach in der Lieferkette etwa vom Transporteur zum Großhandel, von diesem zum Einzelhandel und am Ende dem Konsumenten weiterverrechnet. Nicht zuletzt werden mittel- und langfristig Arbeitsplätze gefährdet.

„Keine Frage: Die Themen Verkehr, Umwelt und Gesundheit sind ernst zu nehmen. Gerade deshalb investieren viele Unternehmer was den Fuhrpark anbelangt in neue und immer energieeffizientere, geräuscharme und umweltschonendere Technologien. Diese Transportmittel sollten immer zirkulieren dürfen, ohne Einschränkungen, weil es dafür keinen Grund dazu gibt“, erklärt Gramm. Natürlich müsse gleichzeitig die Infrastruktur Schiene modernisiert, leistungsfähiger und attraktiv werden.

Gramm unterstreicht die Bedeutung des Großhandels für Südtirol: „Oft fristet der Großhandel in der öffentlichen Wahrnehmung eher ein Schattendasein. Doch das entspricht nicht der eigentlichen Leistung dieser Branche, denn die Zahlen sprechen eine andere Sprache. So zählen wir in diesem Bereich rund 4600 Unternehmen mit über 22.000 Beschäftigten in Südtirol.“ Das schaffe Wohlstand, garantiere sichere Arbeitsplätze und fördere den Austausch zwischen Wirtschaftsbranchen und -territorien. „Hinzu kommt, dass Südtirol dank seiner Brückenfunktion zwischen Mittel- und Südeuropa für diesen Wirtschaftssektor prädestiniert ist. Wir brauchen daher eine gute Erreichbarkeit und moderne sowie schnelle Verkehrsflüsse“, so abschließend der Vertreter des Großhandels im hds.

stol