<BR />Im Schnitt sind 90 Prozent der Unternehmen der Transportbranche mit ihren Erträgen heuer zufrieden, wie aus der aktuellen Umfrage des Wirtschaftsforschungsinstitutes (Wifo) hervorgeht. Für das kommende Jahr gehen demnach fast alle von einer zumindest befriedigenden Ertragslage aus, in rund 40 Prozent der Fälle wird sogar eine wirklich gute Rentabilität erwartet. <BR /><BR />Optimistisch sind aber vor allem die Unternehmen des Personentransports und – dank gestiegener Skipasspreise und Umsätze - die Betreiber von Liftanlagen. <BR /><BR />Im Güterverkehr hingegen war die Umsatzentwicklung laut der Wifo-Umfrage verhaltener, auch aufgrund der Schwäche des italienischen Marktes. <BR /><BR />Dazu kommt: „Die Unannehmlichkeiten im Zusammenhang mit den Arbeiten an der Luegbrücke und die Schwierigkeiten bei der Personalbeschaffung dämpfen die Stimmung im Güterverkehr“, sagt der Präsident der Handelskammer Bozen, Michl Ebner. <h3> „Lösungen für einen wettbewerbsfähigen Transport gefordert“</h3>Ähnlich sieht es Alexander Öhler, Obmann der Warentransporteure im lvh: „Unsere Betriebe arbeiten auf dem Brennerkorridor unter hohem Kosten- und Zeitdruck: Ein generelles Überholverbot von Lkws auf der A22 beziehungsweise in Nordtirol blockiert die Flussfähigkeit. Block- oder Dosierabfertigungen, insbesondere bei der Luegbrücke, sorgen regelmäßig für Stunden- oder Tagesverluste.“ <BR />Einmal mehr appelliert er an die Politik, dass es „verlässliche Rahmenbedingungen“ brauche, „die den logistischen Realitäten gerecht würden.<BR /><BR />Doch nicht nur die Fahrverbote in Nordtirol und die Arbeiten entlang der Luegbrücke, „auch die anstehenden Sanierungsarbeiten der Deutschen Bahn bereiten uns große Sorgen“, sagt Alexander Rieper, Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol. „Es gilt eine ganzheitliche, länderübergreifend abgestimmte Lösung zu finden, die einen wettbewerbsfähigen Transport auf Bahn und Straße ermöglicht.“<BR /><BR />Ähnlich formuliert es Mirko Siviero von der Südtiroler Handwerkervereinigung (CNA/SHV): „Wir vertrauen auf die Hilfe der Institutionen, um das Problem der Fahrverbote zu lösen, da sie einen für die Wirtschaft strategisch wichtigen Sektor blockieren.“<h3> Dienstleistungssektor mit Licht und Schatten</h3>Etwas anders das Bild bei den heimischen Dienstleistern: Dieser Sektor ist so heterogen wie kaum eine anderer– vom IT-Unternehmen über die Bank bis zur Kosmetikerin ist alles dabei. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Geschäftsaussichten.<BR /><BR />Das beste Geschäftsklima herrscht laut dem Wifobarometer in den Bereichen „freiberufliche, technische und wissenschaftliche Dienstleistungen“, „Informatik und Telekommunikation“ sowie „Kredit- und Versicherungswesen“. Fast alle Unternehmen dieser Branchen sind laut dem Wifo mit der heuer erzielten Rentabilität zufrieden und blickten zuversichtlich auf das Jahr 2026. <BR /><BR />Deutlich zurückhaltender ist die Stimmung hingegen wegen steigender Kosten im Bereich der Unternehmensdienstleistungen. Fast jedes zweite Unternehmen klagt über eine schlechte Rentabilität. <BR />Im Verlags- und Kommunikationswesen und vor allem bei den personenbezogenen Dienstleistungen und im Immobilienbereich haben sich Umsätze und Investitionen heuer schwach entwickelt, wie es weiter heißt. Für 2026 erwarte nur der Immobiliensektor eine teilweise Verbesserung der Geschäfte, weil er von einem erneuten Rückgang der Zinssätze profitieren dürfte.<BR /><BR />Für Philipp Moser, Präsident des Wirtschaftsverbandes hds, fährt der Dienstleistungssektor mit zwei Geschwindigkeiten: „IT-Branchen etwa verzeichnen zufriedenstellende Ergebnisse, viele service- und personalintensive Betriebe haben hingegen mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Wir brauchen jetzt entsprechende verlässliche Rahmenbedingungen und Unterstützung auch von Seiten der Politik, damit die Stimmung nicht kippt und der Optimismus wieder überwiegt.“