Südtirols wichtigste Handelspartner – Deutschland und Österreich – kämpfen mit wirtschaftlicher Flaute, und der US-Markt droht durch die neuen Importzölle wegzubrechen. Vor diesem Hintergrund sehen sich Südtiroler Unternehmen verstärkt nach Alternativen um, um ihre Produkte abzusetzen. Fündig werden sie dabei immer häufiger in Nordafrika.<BR /><BR />Der Export nach Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien und Marokko wächst seit Jahren, belegen die Zahlen des Unternehmerverbandes Südtirol (UVS). Während im Jahr 2020 Waren im Wert von 125,8 Millionen Euro von Trentino-Südtirol nach Nordafrika exportiert wurden, stieg das Volumen bis 2024 auf 169 Millionen Euro – ein Plus von 26 Prozent.<h3>Marokko – ein Land mit Perspektiven</h3>Besonders Marokko hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Handelspartner der Region entwickelt.<BR /><BR />Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen politisch, weil das Königreich eines der stabilsten Länder Nordafrikas ist, zum anderen wirtschaftlich, weil das Land mit der EU ein Assoziierungsabkommen abgeschlossen hat. Das Abkommen hat zu einem fast vollständigen Zollabbau für Industriegüter geführt. <BR /><BR />Marokko verzeichnet daher bereits seit Jahren ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum und setzt zunehmend auf Innovation und moderne Infrastruktur. Das Land investiert massiv in Transport, Häfen, Straßen und Digitalisierung.<BR /><BR />„Auch wenn die EU für unsere Unternehmen der wichtigste Markt bleibt, so sind unsere Unternehmen dennoch immer auf der Suche nach neuen Absatzmärkten für ihre Produkte“, sagt Klaus Mutschlechner, Vizepräsident des Unternehmerverbandes Südtirol (UVS) und zuständig für Internationalisierung. „Unsere Aufgabe ist es, die Potenziale neuer Märkte aufzuzeigen und die Unternehmen dabei zu unterstützen, diese effizient zu erreichen“, erklärt Mutschlechner.<h3> Unternehmerreise quer durchs Land</h3>Aus diesem Grund hat der UVS zusammen mit Confindustria Trient bereits eine Reihe von Initiativen gestartet, darunter eine Unternehmensreise nach Marokko, die kürzlich stattfand. „Marokko ist derzeit jenes afrikanische Land, das die größten Geschäftschancen bietet“, erklärt Barbara Fedrizzi, Vizepräsidentin der Confindustria Trient. <BR /><BR />Mit dabei waren insgesamt acht Unternehmen. Südtirol war mit den Firmen Betonform, Pichler Projects und Roner AG vertreten.