„Der Wein ist mehr als ein Nahrungsmittel. Er ist eine Persönlichkeit, die von Boden und den klimatischen Bedingungen beeinflusst und von den Menschen geprägt werde, die sich seiner annehmen - von den Bauern bis hin zu den Kellermeistern“, sagte Stefan Pircher, der neue Obmann des mit der Organisation der Weinbautagung betrauten Vereins der Absolventen landwirtschaftlicher Schulen (ALS) bei seiner Begrüßung.Landwirtschafts-Landesrat Arnold Schuler betonte hingegen die Bedeutung der Forschung für die Weiterentwicklung des Wein-Sektors.„Südtirol steht sehr gut da“, brachte es Werner Waldboth, der Marketingleiter des Konsortiums Südtiroler Wein, auf den Punkt. „Obwohl Südtirol auf dem weltweiten Weinmarkt ein winziger Player ist, hat man sich vor allem auf dem nationalen, aber auch auf dem internationalen Markt einen Namen als Qualitätsweinbaugebiet gemacht.“Derzeit wird ein Großteil der in Südtirol produzierten Weine in Südtirol, anderen italienischen Regionen und Deutschland verkauft, während der Export nur knapp ein Viertel des Umsatzes ausmacht. Doch auf den traditionellen Märkten geht der Konsum laufend zurück. „Wir müssen uns in Zukunft breiter aufstellen und nach neuen Märkten suchen“, sagte der Marketingexperte.Dabei konzentriere man sich laut Waldboth auf einige Märkte wie Deutschland, USA, Japan, Russland, die Schweiz, Niederlande und Großbritannien. Man muss sich klar profilieren, denn umso weiter entfernt ein Markt ist, umso wichtiger ist eine einfache und präzise Botschaft.Ein anderer Trend, der auch Chancen für die Zukunft bergen könne, sei der vermehrte Wunsch der Konsumenten, regionale Lebensmittel einzukaufen. Und auch der Wunsch nach nachhaltig produzierten Lebensmittel werde vermehrt festgestellt. Man sei hier zwar bereits auf einem guten Weg, der integrierte Pflanzenschutz sei teilweise restriktiver als bei so manchem Nachhaltigkeits-Label aus Übersee, trotzdem sei hier noch Potenzial, meinte Waldboth.Insbesondere pilzwiderstandsfähige Rebsorten wären ein entscheidender Fortschritt Richtung Nachhaltigkeit. Rudolf Eibach, vom Julius Kühn Institut berichtete anlässlich der Tagung über den Stand der Forschung. „Die neuen Erkenntnisse zur Genetik der Rebe eröffnen zunehmend neue und vielversprechende Möglichkeiten in der Resistenzzüchtung“, sagte der Referent.Über aktuelle Versuche und Praxisbeobachtungen berichteten Peter Robatscher, Florian Haas und Gerd Innerebner vom Versuchszentrum Laimburg, sowie Simon Kompatscher und Paul Hafner vom Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau.stol