Freitag, 10. September 2021

SVP-Wirtschaft fordert stärkere Kontrollen und klare Vorteile für Geimpfte

Die Mitglieder des SVP-Wirtschaftsausschusses auf Landesebene haben sich am Freitag mit Gesundheitslandesrat Thomas Widmann getroffen, der sie über die aktuelle Situation betreffend die Corona- Lage in Südtirol informiert hat. „Die vorliegenden Daten und die sich abzeichnenden Entwicklungen in den nächsten Wochen geben Anlass zu großer Sorge“, meinte der Vorsitzende der SVP-Wirtschaft Josef Tschöll. „Umso stärker müssen wir weiter Überzeugungsarbeit für die Impfung leisten: Diese ist der einzige Weg aus dieser Krise.“ Die Impfquote müsse in Südtirol dringend gesteigert werden: „Wir fordern aber auch stärkere Kontrollen der bestehenden Vorschriften und ganz klare Vorteile für die Geimpften.“

Es brauche klare Vorteile für Geimpfte“, forderte der Vorsitzende der SVP-Wirtschaft Josef Tschöll. „Die diesbezüglichen Vorstöße der österreichischen Bundesregierung gehen in die richtige Richtung.“
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Es brauche klare Vorteile für Geimpfte“, forderte der Vorsitzende der SVP-Wirtschaft Josef Tschöll. „Die diesbezüglichen Vorstöße der österreichischen Bundesregierung gehen in die richtige Richtung.“ - Foto: © shutterstock
Gesundheitslandesrat Thomas Widmann beleuchtete die derzeitige Corona-Lage in Südtirol. „Nach einem relativ langsam ansteigenden Trend geht es jetzt Schlag auf Schlag. Die aktiven Fälle haben sich in einem Monat mehr als verdoppelt, fünf Intensivpatienten sind allein in den letzten 15 Tagen dazugekommen. Acht belegte Intensivbetten wie an diesem Mittwoch hatten wir zuletzt Ende April dieses Jahres“, so Widmann.

Wenn man die erste Septemberwoche mit jener des Vorjahres vergleiche, so wurden 2020 insgesamt 69 positive Fälle entdeckt, in diesem Jahr waren es 504. Auch in der Anzahl der belegten Intensivbetten zeigt sich die intensivere Infektionsdynamik: Befanden sich 2020 während der gesamten ersten Septemberwoche stabil 6 Patienten in der Normalstation und 2 in Intensivbehandlung, so waren heuer zwischen 20 und 28 Patienten in der Normalstation beziehungsweise bis zu 8 Covid-Patienten in der Intensivstation.

„Die Herbstwelle hat uns heuer demnach früher erreicht“, so Widmann. „Umso deutlicher wird die Situation, wenn man die Zahlen im Verhältnis zur ungeimpften Bevölkerung betrachtet: Waren 2020 alle 530.000 Südtirolerinnen und Südtiroler ungeimpft, so sind es heuer 190.000“, betonte der Landesrat. In der Tat seien die Menschen, die derzeit eine Behandlung im Krankenhaus benötigen, zunehmend jung und ungeimpft.

In der nachfolgenden Diskussion wurde auch einmal mehr die Forderung nach verstärkten Kontrollen der Vorschriften und des Grünen Passes laut. „Einer weiteren Verschlechterung der Situation muss jetzt entschieden entgegengewirkt werden“, meinte Josef Tschöll. Und da brauche es leider auch wesentlich strengere Kontrollen. „Manche Leute haben den Ernst der Lage immer noch nicht erkannt: Ein weiterer Herbst mit großen Einschränkungen und Lockdowns können und wollen wir uns nicht mehr leisten.“

„Menschen, die noch keines der die Impfangebote in Anspruch genommen haben, müssen auf jeden Fall weiter aufgeklärt und sensibilisiert werden“, sagte Josef Tschöll. Die so genannte „Welle der Ungeimpften“ habe bereits begonnen und ziehe weite Kreise. „Bei notwendigen Beschränkungen muss aber auch ganz klar zwischen Geimpften und Ungeimpften unterschieden werden: Es brauche klare Vorteile für Geimpfte“, forderte der Vorsitzende der SVP-Wirtschaft. „Die diesbezüglichen Vorstöße der österreichischen Bundesregierung gehen in die richtige Richtung.“

„Die Wirtschaftstreibenden werden jedenfalls weiterhin ihren Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Epidemie leisten“, erklärte Josef Tscholl. „Und zwar indem Sie alle Maßnahmen für ein sicheres Arbeiten in ihren Betrieben umsetzen und Überzeugungsarbeit für eine Steigerung der Impfquote in der Südtiroler Bevölkerung leisten.“

stol