Nachdem die Betreiberfirma Selex im Mittelpunkt des jüngsten Korruptionsskandals mit 21 Verhaftungen stand, fordern die beiden Präsidenten der gewerblichen Wirtschaft, Hansi Pichler vom Südtiroler Wirtschaftsring und Ivan Bozzi von der USEB, das Aus für das umstrittene System."Das System ist zu komplex, technisch nicht ausgereift und zu kostenintensiv und bringt damit vor allem für die vielen Klein- und Mittelbetriebe, die bereits die Grenze der Belastbarkeit erreicht haben, große Probleme mit sich", meinen die beiden in einer gemeinsamen Aussendung. Für sie sei es nicht nachvollziehbar, dass Umweltminister Corrado Clini kurz vor dem Ende der Monti-Regierung den Start für das System noch per Dekret für 1. Oktober 2013 festgelegt habe. „Es ist für uns unverständlich wieso die Politik nicht die wahren Bedürfnisse der Betriebe, welche Millionen von Arbeitsplätze garantieren, erkennt. Unverständlich ist aber auch, dass der aufgedeckte Korruptionsskandal rund um die Auftragsvergabe an die Betreiberfirma Selex für die Entwicklung von SISTRI, vom Umweltminister derart ignoriert wurde“, sagen Pichler und Bozzi.Den Skandal ans Licht gebracht hatten die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von Neapel, die vor kurzem mit 21 Festnahmen und Sicherstellungen von insgesamt mehr als 10 Millionen Euro an Vermögenswerten abgeschlossen wurden. Es geht um Bestechungsgelder, falsche Rechnungslegung und Gelder auf Auslandskonten bei einem Auftragswert der auf mittlerweile 400 Millionen Euro für die ersten fünf Jahre geschätzt wird.Für SWR-Präsident Pichler und USEB-Präsident Bozzi sei es höchste Zeit SISTRI, das von Beginn an falsch gestartet sei, zu stoppen und Schadensbegrenzung zu üben.