Um 12.30 Uhr hat sich der Vorstand der Tankstellenpächter im hds zu einer Online-Sitzung getroffen, um die letzten organisatorischen Details in die Wege zu leiten – die Meldung an das Regierungskommissariat und die Mitteilung an die Mitglieder. „In der Branche war es in der Vergangenheit oft der Fall, dass Streiks in letzter Sekunde abgeblasen wurden. Daher haben wir bis heute zugewartet“, sagt Christine Walzl.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="857072_image" /></div> <BR /><BR />Diesmal aber ist vieles anders als in der Vergangenheit. Die gesamte Branche ist wegen der gestiegenen Preise in die Kritik geraten – jedes Glied in der Kette, vom Pächter bis zu den großen Konzernen. Wohl so ist zu erklären, dass sich alle diese Glieder angesprochen fühlen, Solidarität zu zeigen. Dass selbst die Erdölgesellschaften zum Streik aufrufen, sei, so sagen Brancheninsider, in den vergangenen Jahrzehnten nie vorgekommen. <a href="https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/heute-beginnt-der-tankstellenstreik-in-italien-und-suedtirol" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">STOL hat berichtet.</a><BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-57927558_quote" /><BR /><BR />Den Streik ausgerufen haben die Dachverbände der Pächter. Und auch die Vertreter der freien Tankstellen (Assopetroli) haben sich mit ihnen solidarisch erklärt. „Dies ist also eine besondere Situation“, erklärt Christine Walzl. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="857075_image" /></div> <BR /><BR />Wie groß die Streikbeteiligung tatsächlich sein wird, sei schwer abzuschätzen, sagt sie. Der Präsident der Tankstellenpächter im hds, Walter Soppera, hat bereits gestern angekündigt, dass seine Tankstelle geschlossen bleiben wird <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/streik-gar-einige-tankstellen-werden-sich-in-suedtirol-beteiligen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(STOL hat berichtet).</a><h3> Streiken oder nicht: Individuelle Entscheidung</h3>Christine Walzl: „Walter Soppera hat Farbe bekannt. Unsere Mitglieder haben die für den Streik notwendigen Instrumentarien bekommen – Flyer, Schilder und so weiter. Es besteht aber keine Verpflichtung zu streiken. Das muss jeder mit sich selbst ausmachen“, sagt die Fachgruppenleiterin.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="857078_image" /></div> <BR /><BR />Die Tankstellen entlang der Autobahn werden jedenfalls offenbleiben. Gesetzlich vorgesehen sei, dass mindestens 2 Anlagen entlang der A22 auf Südtiroler Gebiet ihren Dienst anbieten müssen. „Wir wissen jetzt schon, dass von den freien Tankstellen, die nicht einer bestimmten Erdölgesellschaft unterstehen, viele offen sein werden. Die Versorgung mit Treibstoff in Südtirol ist also sicher garantiert.“<BR /><BR /> <div class="embed-box"><div data-pinpoll-id="226712" data-mode="poll"></div></div> <BR /><h3> Krisensitzung in Rom in letzter Minute</h3>Unterdessen hat Adolfo Urso, der italienische Minister für Wirtschaft und Unternehmen, die Vertreter der Tankstellenbetreiber in letzter Minute noch zu einer Krisensitzung einberufen. Es scheint die Absicht der Regierung zu sein, doch noch eine Einigung zu finden, um zu verhindern, dass die Zapfsäulen in den nächsten 48 Stunden für die Öffentlichkeit geschlossen bleiben. Die Vorladungen an Faib, Fegica und Figisc/Anisa sollen erst kurz vor der Sitzung um 15 Uhr eingetroffen sein, so dass einige Delegationen nicht persönlich anwesend sind, sondern online zugeschaltet sind.