Mittwoch, 16. Mai 2018

Tassen, Teller und Co. – Meghan-Effekt lässt Kassen klingeln

Kaum hatten Prinz Harry und Meghan Markle ihre Hochzeitspläne bekanntgegeben, lief die Produktion auf Hochtouren: Unermüdlich werden Andenken produziert. T-Shirts mit den Verliebten drauf, Harry und Meghan lebensgroß in Pappe, Lesezeichen, Geschirrhandtücher, Spezialbier oder eine Kondombox zur Hochzeit, aus der beim Öffnen die Nationalhymne erklingt. Schon vor der Feier am 19. Mai klingeln so richtig die Kassen – nicht nur in Windsor.

In der Meghan-und-Harry-Kollektion gibt es auch Schlüpfriges.
In der Meghan-und-Harry-Kollektion gibt es auch Schlüpfriges. - Foto: © APA/AFP

Das Geschäft boomt. Das britische Forschungszentrum für den Einzelhandel rechnet damit, dass Hochzeitsandenken im Wert von 30 Millionen Pfund (etwa 35 Millionen Euro) verkauft werden, auch ins Ausland. Die Experten freuen sich über den Meghan-Effekt: Das Interesse an der US-Amerikanerin mit afroamerikanischen Wurzeln, die zuletzt als Schauspielerin in Kanada gelebt hat, sei international groß, auch bei vielen jüngeren Leuten.

Diesen Effekt bestätigt auch Nourdin Boubker, Inhaber eines Andenkenladens in bester Lage in Windsor. Gerade die US-Amerikaner seien besonders gute Kunden: „Die Waren gehen enorm schnell weg.“

Geschäft nicht gut wegen asiatischer Billigware 

Emma Bridgewater stellt schon seit fast 30 Jahren Andenken aus Keramik zu solchen royalen Ereignissen her. Produziert wird auch im englischen Stoke-on-Trent, unter anderem bekannt als „Brexit-Hauptstadt“, denn dort haben etwa 70 Prozent für die Trennung von der Europäischen Union gestimmt. Da immer mehr Billigware aus Asien importiert wird, läuft die Keramikindustrie in der Stadt eher schlecht als recht. Nicht aber in der Fabrik von Emma Bridgewater: Mit der Produktion ihrer handgefertigten Souvenirs kommen die Mitarbeiter kaum nach. „Als Prinz Harry und Meghan ihre Verlobung bekanntgegeben haben, waren unsere handbemalten Becher dazu im Nu ausverkauft“, berichtet Sprecherin Stephanie Woodhouse. Auch anlässlich der Hochzeit wurden Tausende Keramikbecher hergestellt.

2 Varianten zur Auswahl 

Es gibt 2 Varianten: eine eher schlichte, und eine, auf der das Paar beschrieben ist: „Impulsgeber, Freigeister, große Herzen, passen gut zueinander“, steht auf Englisch auf den Bechern geschrieben.
Royal-Fans können auch das offizielle Hochzeitsporzellan kaufen, das von Harry und Meghan abgesegnet wurde: kornblumenblau, feinstes Dekor, goldene Initialen. Die Verzierungen auf dem Geschirr sind einer jahrhundertealten Eisenarbeit auf einer Tür der St.-Georgs-Kapelle nachempfunden, in der das Paar getraut wird. Für solche edlen Andenken muss man in den Geschäften des Royal Collection Trust, einer Stiftung der Kunstsammlung der Königsfamilie, schon tiefer in die Tasche greifen: Ein Teller kostet 49 Pfund.

Kate war mit Harry auf einer Tasse 

Nicht immer ist die Ware fehlerfrei. Das zeigte sich auch schon bei der Hochzeit von Prinz William und seiner Kate. Auf einem Erinnerungsbecher zur Trauung war neben Kate der falsche Mann abgebildet: Harry. Verliebt lächeln sich der rothaarige Prinz und seine heutige Schwägerin auf dem Porzellan an. Unter Harrys Bild steht der Name „Will“. Sammler sind häufig besonders hinter solchen fehlerhaften Stücken her, die stark im Wert steigen können. Bei Meghan wurde bei einem Billig-Fingerhut im Namen das „h“ vergessen.

Sogar ein helles Bier ist für die Hochzeit gebraut worden. Die Gerste stammt aus Windsor, der Hopfen kommt aus Meghans Heimat, also von der US-amerikanischen Westküste. Das Bier namens „Windsor Knot“ (Windsor-Knoten) symbolisiere die Verknüpfung zwischen Harry und Meghan, so der Geschäftsführer der Brauerei in Windsor, Will Calvert.

dpa 

stol