Betroffene können immer noch nicht um den Una-Tantum-Betrag über 2400 Euro ansuchen – ASGB-Vorsitzender TonyTschenett: „Die Frist muss verlängert werden.“<BR /><BR /><BR /><i>Von Arnold Sorg</i><BR /><BR /><BR /><BR /><b>Herr Tschenett, im „Decreto sostegni“ ist vorgesehen, dass Saisonbeschäftigte, die ohne Gehalt und Arbeitslosengeld dastehen, einen Una-Tantum-Betrag von 2400 Euro erhalten sollen. Wurde dieser schon ausbezahlt?</b><BR />Tony Tschenett: Ganz im Gegenteil. Bislang kann man dafür noch nicht einmal ansuchen.<BR /><BR /><BR /><b>Warum?</b><BR />Tschenett: Das ist eine gute Frage. Das INPS in Rom hat das Portal für die Anmeldung noch immer nicht freigeschaltet. Die allermeisten Saisonbeschäftigten in Südtirol stehen nach wie vor ohne nichts da. Der einmalige Betrag von 2400 Euro wäre ja rückwirkend für die Monate Jänner, Februar und März gedacht gewesen, also 800 Euro pro Monat. Aber der Stand heute ist, dass weder die Arbeitslosenunterstützung verlängert wurde, noch dass man für den einmaligen Beitrag überhaupt ansuchen kann, geschweige denn, dass er ausbezahlt wurde. Das ist ein Skandal. Und jene Beschäftigten hingegen, die bereits im November, aufgrund einer Bestimmung im „Decreto ristori“, 1000 Euro erhalten haben, also vor allem die Saisonbeschäftigten im restlichen Italien, haben die 2400 Euro bereits automatisch ausbezahlt bekommen, ohne dass sie ansuchen mussten.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-48638967_quote" /><BR /><BR /><BR /><BR /><b>Wie viele betrifft das in Südtirol?</b><BR />Tschenett: Nur einzelne Personen. Der Großteil der Südtiroler bekam im November nämlich noch eine Arbeitslosenunterstützung. <BR /><BR /><BR /><b>Wie viele Saisonbeschäftigte in Südtirol haben bislang noch nichts von den 2400 Euro gesehen?</b><BR />Tschenett: Die Allermeisten, also sicherlich weit über 10.000 Beschäftigte. Zudem ist im „Decreto sostegni“ festgelegt, dass die Frist für die Ansuchen um diesen Una-Tantum-Betrag am 30. April verfällt. Wenn das INPS nun in ein paar Tagen mitteilt, dass man ansuchen kann, dann hätten Tausende Saisonbeschäftigte nur mehr wenige Tage Zeit dafür und die Patronate, in denen die Ansuchen gestellt werden, wären heillos überlastet. Das Ganze ist eine organisatorische Katastrophe und trifft wieder einmal die Saisonbeschäftigten, die zum Großteil schon seit Monaten ohne nichts dastehen. Und es trifft vor allem die Saisonbeschäftigten in Südtirol, weil die Saisonbeschäftigten im restlichen Italien zumeist schon den 2400-Euro-Beitrag automatisch erhalten haben. <BR /><BR /><BR /><b>Sollte das INPS in den kommenden Tagen das Programm für die Ansuchen öffnen, wie lange wird es dann dauern, bis das Geld auf dem Konto der Betroffenen landet?</b><BR />Tschenett: Das kann ich nicht sagen. Sicher ist, dass man sich auf politischer Ebene in Rom dafür einsetzen muss, dass die Frist für die Ansuchen verlängert wird. Wir haben Mitte April und die Frist läuft in 2 Wochen aus, das schafft man nicht. <BR /><BR /><BR /><b>Viele Saisonbeschäftigte haben nicht nur das Problem, dass sie keinen Gehalt und keine Arbeitslosenunterstützung bekommen, sondern in dieser Zeit auch nicht rentenversichert sind. Die SVP hat im Regionalrat einen Gesetzesentwurf zur freiwilligen Weiterversicherung eingereicht. Betroffene könnten also einzahlen, wären weiterversichert und würden von der öffentlichen Hand einen bestimmten Betrag zurückerstattet bekommen. Wie ist da der Stand der Dinge?<BR /></b>Tschenett: Ich hoffe doch stark, dass der Regionalrat diesen Gesetzesentwurf in der kommenden Woche genehmigt, sodass die Saisonbeschäftigten zumindest rentenversichert sind. Sonst fehlen ihnen am Schluss zu allem Überdruss noch einige Monate an Rentenversicherung. <BR /><BR />