2025 war im Weinberg sehr anspruchsvoll: Ein milder Frühling beschleunigte die Vegetation deutlich. Auch in mittleren und höheren Lagen verlief die Blüte zügig, was sich auf Erntezeitpunkt und -dauer auswirken sollte. Bevor es aber so weit war, sorgten ein sonniger Juni und ein Juli mit gut verteilten Niederschlägen für eine günstige Reifeentwicklung der Trauben. „Gerade der kühlere Juli hat eine langsame, gleichmäßige Ausprägung der Aromatik gefördert“, sagt Manfred Bernard, Kellermeister der Klosterkellerei Muri-Gries.<BR /><BR />Rudi Kofler, Kellermeister der Kellerei Terlan, schreibt der optimalen Wasserversorgung im Juli eine entscheidende Rolle für frische, strukturierte Weißweine mit einer belebenden Säurestruktur zu. „Eine trockene Hitzeperiode Anfang August hat zudem für Konzentration und Aromendichte gesorgt“, so Kofler, „ein Faktor, der sich auch positiv auf die Rotweine ausgewirkt hat“.<h3> „Zocken war angesagt“</h3>Die nahezu gleichzeitige Reife in allen Lagen verkürzte das Zeitfenster deutlich, Regen erschwerte zusätzlich die Lese. „Den richtigen Zeitpunkt für die Ernte der einzelnen Sorten zu treffen, war schwierig und immer mit einem gewissen Risiko verbunden“, erklärt Hannes Baumgartner vom Weingut Strasserhof in Neustift. „Zocken war angesagt.“<BR /><BR />Trotzdem blieb die Qualität stabil. „Durch konsequente Handarbeit im Weinberg und die richtige Wahl des Lesetermins konnte eine sehr gute Traubenqualität gesichert werden“, so Bernard. Baumgartner ergänzt: „Die besonders fleißigen Weinbauern waren sicher im Vorteil.“<BR /><BR />Welche auch immer die Herausforderungen waren, auf die Weine des Jahrgangs 2025 hatten sie keinen negativen Einfluss – im Gegenteil. So spricht Baumgartner von „präzisen, salzigen, eleganten“ Weinen, „fruchtig, energisch, tiefgründig“ sind die Attribute, die Bernard dem Jahrgang 2025 zuschreibt, während Kofler von einem „spannenden Jahrgang“ mit feingliedrigen Weinen mit belebender Säurestruktur und gutem Trinkspaß spricht.<BR /><BR />Der Weißwein-Spezialist Baumgartner schreibt diesen zu, etwas schlanker mit gemäßigterem Alkoholgehalt zu sein. „Die Weißweine des Jahrgangs 2025 sind trotzdem fruchtig in der Nase und sehr elegant im Trunk und die Säuregehalte sind etwas höher, was für Weißweine in ihrer Qualität und Langlebigkeit kein Nachteil ist“, so der Winzer vom Strasserhof in Neustift. Auch Rudi Kofler freut sich in Terlan auf „frische, strukturierte Weißweine mit einer belebenden Säurestruktur“.<BR /><BR />Die Rotweine des Jahrgangs 2025 charakterisiert Kofler als feingliedrig, farbintensiv und strukturiert, das Reifepotenzial sei sehr gut. Dieses Urteil teilt auch Manfred Bernard: „Die Rotweine des Jahrgangs 2025 präsentieren sich fruchtbetont und tiefgründig, getragen von einer schönen Struktur“, so der Kellermeister der Klosterkellerei Muri-Gries. „Das Tannin zeigt sich noch jung, aber angenehm knackig, und verleiht den Weinen eine lebendige Spannung.“<h3> Lagrein und Vernatsch stechen hervor</h3>Beim Blick auf die einzelnen Sorten stechen die beiden autochthonen, also Lagrein und Vernatsch hervor, für die ein großer Jahrgang erwartet wird. Der Lagrein 2025 besteche durch intensive Farbe, Komplexität, sehr gute Struktur und Eleganz, freut sich Rudi Kofler, während Manfred Bernard ein ähnlich positives Bild vom Vernatsch zeichnet: „Seine schönen, tiefgründigen Fruchtaromen und eine knackige Tanninstruktur werden uns noch lange Freude bereiten“, so der Kellermeister von Muri-Gries.<BR /><BR />Zu nennen ist auf Seiten der Rotweine auch der Blauburgunder, dem die Experten 2025 Finesse, eine ausgewogene Struktur sowie eine Eleganz zuschreiben, die sich schon jetzt zeige. Struktur und Eleganz prägten auch den Jahrgang der schwereren roten Sorten, wobei Rudi Kofler vor allem für den Merlot von einem guten bis sehr guten Jahrgang spricht.<h3> Saftig-aromatische Weißweine</h3>Einen spannenden Jahrgang 2025 erwarten die Experten auch bei den Weißen. Im Eisacktal sei etwa mit einem aromatischen, eleganten, sehr saftigen und mineralischen Kerner zu rechnen, sagt Hannes Baumgartner. „Der Sylvaner präsentiert sich feinfruchtig, einigermaßen vollmundig und mit einer tollen Struktur, während der Riesling 2025 aromatisch, sehr salzig und mineralisch ist und eine knackige Säure aufweist“, so der Winzer des Weinguts Strasserhof.<BR /><BR />Eine besonders ausgeprägte Salzigkeit schreibt Manfred Bernard auch dem Weißburgunder zu, der zudem mit einer „frischen und kräuterigen Aromatik“ aufwarte. Für den Chardonnay spricht Rudi Kofler von einem „spannenden Jahrgang mit großer Finesse“, während sein Urteil über die 2025er-Sauvignons geradezu euphorisch ausfällt: „Sie sind sehr präzise, mineralisch, mit gutem Schmelz“, so Kofler. „2025 ist ein absolutes Spitzenjahr für Sauvignons.“