„Die Teilnahme an einem Projekt wie dem ELT bedeutet, zum Fortschritt der wissenschaftlichen Erkenntnisse beizutragen, aber auch zu zeigen, wie italienische Innovation bei den größten internationalen Forschungsinfrastrukturen eine führende Rolle spielen kann“, sagt Microgate-Mitgründer und CTO Roberto Biasi.<BR /><BR />„Das ELT verspricht, unser Verständnis des Universums zu revolutionieren - von der Erforschung der ersten Galaxien, die sich nach dem Urknall gebildet haben, über die Suche nach erdähnlichen Exoplaneten bis hin zur Analyse ihrer Atmosphären, um mögliche Spuren von Leben aufzuspüren“, heißt es in der Aussendung von Microgate. „In diesem beispiellosen Projekt spielt Microgate eine führende Rolle bei der Entwicklung von M4, dem vierten der fünf Spiegel, aus denen sich das optische System des Teleskops zusammensetzt.“<BR /><BR /> <video-jw video-id="KjV3ZPnC"></video-jw> <h3> Das technologische Herzstück der adaptiven Optik</h3>Mit einem Durchmesser von 2,5 Metern und einer Dicke von nur 1,95 Millimetern besteht der M4-Spiegel aus sechs blütenblattförmigen Segmenten. Microgate hat im Konsortium mit ADS International innerhalb der Arbeitsgruppe AdOptica das hochentwickelte elektronische Steuerungssystem entworfen und realisiert, das 5 352 berührungslose Aktuatoren steuert. Diese sind für die kontrollierte Verformung der Spiegeloberfläche zuständig.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1354590_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR />Die von Microgate entwickelte Technologie ermöglicht es dem Spiegel, seine Form mehr als tausend Mal pro Sekunde mit einer Genauigkeit von besser als 10 Millionstel Millimeter zu verändern. Dadurch können atmosphärische Turbulenzen sowie Vibrationen des Teleskops in Echtzeit ausgeglichen werden. Die Spiegel „schweben“ dank eines von den Aktuatoren erzeugten elektromagnetischen Feldes. Dadurch wird jeglicher direkter mechanischer Kontakt vermieden und eine beispiellose Leistungsfähigkeit bei der astronomischen Beobachtung gewährleistet. <BR /><BR />Im Verlauf der Projektentwicklung war Microgate für die Konzeption des Steuerungssystems, die numerischen Simulationen, die Elektronik sowie die Validierung des Demonstrationsprototyps verantwortlich. In Bozen wurden zudem alle elektromechanischen und Umgebungsprüfungen am endgültigen Spiegel durchgeführt, wobei die klimatischen Bedingungen der chilenischen Wüste nachgestellt wurden. Der Transport zu ADS International, wo die optische Kalibrierung mit maßgeblicher Unterstützung des Nationalen Instituts für Astrophysik (INAF) erfolgt, ist der letzte Schritt in Europa vor der endgültigen Installation des M4 am ELT in Chile. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1354593_image" /></div> <h3> Vom ELT zu den großen Teleskopen der Zukunft</h3>Das von Microgate bei der Entwicklung von Steuerungssystemen für die adaptive Optik gewonnene Wissen kommt heute bei mehreren Generationen großer internationaler Teleskope zum Einsatz. Ein entscheidender Meilenstein war das Very Large Telescope der ESO in Paranal, Chile: Sein verformbarer Sekundärspiegel, der mit 1.170 Aktuatoren ausgestattet ist, wurde fertiggestellt, optischen Tests unterzogen und im Jahr 2016 am Unit Telescope 4 installiert, wo er voll funktionsfähig ist. Im Juni 2026 hat die ESO AdOptica – ein Konsortium aus Microgate und ADS International – mit der Planung und Realisierung eines verformbaren Sekundärspiegels der neuen Generation für das Unit Telescope 3 des VLT beauftragt, was die Kontinuität dieses Weges bestätigt. Das neue System wird die am UT4 bereits einsatzbereiten Fähigkeiten der adaptiven Optik auf ein zweites Teleskop ausweiten und damit die Rolle der beiden italienischen Unternehmen bei der Entwicklung von Technologien für die größten internationalen astronomischen Observatorien festigen. <BR /><BR />Die gewonnenen Erfahrungen fließen auch in das Projekt des Giant Magellan Telescope ein, das derzeit in Las Campanas, ebenfalls in Chile, gebaut wird. Das System sieht einen adaptiven Sekundärspiegel vor, der in sieben Elemente von jeweils etwa 1,06 Metern unterteilt ist und insgesamt von 4.725 Aktuatoren gesteuert wird. <BR /><BR />Microgate und ADS International, die im Konsortium AdOptica zusammengeschlossen sind, haben an der Konzeption und Überprüfung der hochentwickelten Steuerungssysteme gearbeitet, die erforderlich sind, um die sieben Segmente mit nanometrischer Präzision auszurichten. Die gleichen Kompetenzen kommen zudem beim neuen adaptiven Sekundärspiegel des Subaru-Teleskops auf dem Maunakea auf Hawaii zum Einsatz. Es handelt sich um ein System mit einem Durchmesser von 1,23 Metern und 984 Aktuatoren, das sich derzeit in der Integrationsphase befindet. Microgate ist dabei für die Elektronik, die Software, die Steuerungstechnik sowie die Tests der Teilsysteme verantwortlich. <BR /><BR />Die elektromechanischen Systemtests und die optische Kalibrierung führt Microgate in einer Klimakammer durch. Dabei kommt der von ADS International entwickelte „Optical Test Tower“ zum Einsatz. Dies bestätigt die seit über dreißig Jahren bestehende industrielle Zusammenarbeit, die die Entwicklung der italienischen adaptiven Optik begleitet.<h3> Das Unternehmen</h3>Microgate wurde 1989 von den Brüdern Roberto und Vinicio Biasi in Bozen gegründet und gehört seit Jahren zur Weltspitze im High-Tech-Bereich. <BR /><BR />Das Unternehmen stellt Technologie in den Dienst der astronomischen Forschung, des Sports und des Wohlbefindens: von Steuerungssystemen für Teleskope und optische Kommunikation über Technologien zur Beobachtung und Überwachung von Weltraummüll bis hin zur bewährten Funktechnologie für die professionelle Zeitmessung, von Systemen zur Auswertung sportlicher Leistungen bis hin zu Geräten für die Rehabilitation und Verletzungsprävention. Mit einer Präsenz auf fünf Kontinenten arbeitet das Unternehmen mit führenden Experten aller Branchen zusammen und nutzt wichtige Synergien mit der universitären Forschung. <BR /><BR />So strebt die Holding mit ihren Beteiligungen eine ständige Weiterentwicklung an, um immer ehrgeizigere Ziele zu erreichen. Beispiele hierfür sind das Spin-off Micro Photon Devices, das Einzelphotonen-Sensoren entwickelt und herstellt und zu dessen Kunden die NASA, Hewlett-Packard, Novartis und das MIT zählen, sowie weitere innovative Unternehmen wie Covision Lab. Im Jahr 2023 entstand durch die Übernahme des österreichischen Unternehmens Alge-Timing, einer internationalen Marke, die auf den Bereich der elektronischen Sportzeitmessung spezialisiert ist, durch Microgate der weltweit führende Anbieter von Sportzeitmesssystemen.