Donnerstag, 04. Januar 2018

Tesla verfehlt Ziele für Model 3 – Zeitplan erneut verschoben

Der E-Auto-Pionier Tesla scheitert einmal mehr an den eigenen Vorgaben. Die Zweifel an den großen Versprechen des schillernden Firmenchefs Elon Musk steigen. Es droht zum Standard zu werden, dass Ziele nicht erreicht und Zeitpläne verschoben werden.

Teslas Mittelklassewagen ist von erheblicher Bedeutung für den Übergang auf den Massenmarkt.
Teslas Mittelklassewagen ist von erheblicher Bedeutung für den Übergang auf den Massenmarkt.

Im vierten Quartal wurden lediglich 1550 Stück von Teslas erstem Mittelklassewagen ausgeliefert, wie die Firma von Tech-Milliardär Elon Musk mitteilte. Damit wurden die bereits gesenkten Erwartungen der Analysten massiv enttäuscht. Anleger reagierten ernüchtert, die Tesla-Aktie verlor zum Handelsstart am Donnerstag knapp drei Prozent.

Das anfangs ausgegebene Ziel von 5000 gefertigten Model 3 pro Woche verschob Tesla zum zweiten Mal nach hinten und geht nun davon aus, diese Produktionsrate erst Mitte 2018 erreichen zu können. Schon im dritten Quartal war die eigene Vorgabe von 1500 gefertigten Wagen massiv verfehlt worden – es liefen letztlich nur 260 Stück vom Band.
Musk räumte danach offen Startschwierigkeiten ein und klagte, man befinde sich „tief in der Produktionshölle“. Es seien aber mittlerweile große Fortschritte beim Fertigungsprozess gemacht worden, versicherte das Unternehmen nun. Ende des ersten Quartals sollen immerhin schon 2500 Model 3 pro Woche hergestellt werden.

Das erste Angebot für schmalere Geldbeutel 

Für Tesla ist der Erfolg des in den USA ab 35 000 Dollar erhältlichen Mittelklassewagens entscheidend. Das erste Angebot für schmalere Geldbeutel soll den Luxus-Nischenanbieter in den Massenmarkt bringen. Dieser Schritt ist auch entscheidend, damit das bislang chronisch defizitäre Unternehmen einmal profitabel wird. Angesichts des Holperstarts wachsen aber die Zweifel, ob der Durchbruch gelingt.

Denn während Tesla mit dem Anlauf der Massenfertigung kämpft, bläst die Konkurrenz zum Angriff auf den E-Auto-Pionier. Etablierte Branchengrößen wie General Motors, Ford oder Volkswagen haben inzwischen angekündigt, ihre Engagements bei batteriebetriebenen Fahrzeugen kräftig auszuweiten. 

dpa

stol