Geld verliert wieder schneller an Wert. Die Teuerungsrate stieg im April sprunghaft an – in Italien auf 2,7 Prozent, in Südtirol sogar auf 3,4 Prozent. Grund dafür sind die Spannungen am Golf und deren Folgen für Energiepreise und Lieferketten. Ökonomen rechnen in den kommenden Monaten mit weiterem Preisdruck.<BR /><BR />Es wäre nicht der erste Teuerungsschub der vergangenen Jahre. Wie stark Inflation Erspartes entwertet, zeigt der Blick zurück: Wer Anfang 2021 10.000 Euro unverzinst auf dem Konto liegen hatte, hatte Ende 2025 in Italien real nur noch eine Kaufkraft von rund 8.400 Euro. Der Kontostand blieb gleich – aber was man sich dafür kaufen konnte, wurde deutlich weniger. In Südtirol war der Effekt noch stärker: Dort entsprach die Kaufkraft nur noch gut 8.100 Euro.<h3> Laufzeit von fünf Jahren</h3>Der neue Btp Italia Sì soll Bürgern helfen, Erspartes besser gegen Kaufkraftverlust abzusichern. Der Mechanismus ist vergleichsweise einfach. Anleger erhalten halbjährliche Zinszahlungen. Diese setzen sich aus zwei Teilen zusammen: einem festen Mindestzins und der im jeweiligen Halbjahr gemessenen italienischen Inflation. Der feste Mindestzins wird vom Finanzministerium am 12. Juni bekanntgegeben. Als Orientierung kann die letzte Ausgabe eines Btp Italia dienen: Damals lag die reale Mindestverzinsung bei 1,85 Prozent pro Jahr.<BR /><BR />Zusätzlich ist ein Treuebonus vorgesehen. Wer den Btp Italia Sì während der Emission kauft und bis zur Fälligkeit hält, erhält am Ende der Laufzeit, also nach fünf Jahren, einen zusätzlichen Aufschlag von 0,6 Prozent auf das investierte Kapital. Die Mindestanlage beträgt 1.000 Euro. Gezeichnet werden kann das Papier über das Homebanking, sofern dieses für den Onlinehandel freigeschaltet ist, oder über die eigene Bank beziehungsweise die Post, wenn dort ein Wertpapierdepot besteht.<h3> Für wen kann ein solches Papier infrage kommen?</h3>Interessant kann der Btp Italia Sì vor allem für Sparer sein, die ihr Geld mehrere Jahre nicht benötigen und einen Teil ihres Vermögens gegen Inflation absichern wollen. Er ist dabei keine Wette auf hohe Renditen, sondern eher ein Schutzbaustein: Steigt die italienische Teuerung, steigen auch die Erträge mit. Für Südtiroler Sparer bleibt wichtig, dass der Titel an die italienische Inflation gekoppelt ist – nicht an die höhere Südtiroler Teuerung. Der feste Mindestzins und der Treuebonus dürften diesen Abstand aber ausgleichen können. Damit ist der Btp Italia Sì vor allem eine mögliche Alternative für Geld, das sonst kaum verzinst auf dem Konto liegen würde. <BR /><BR />Hinzu kommen die üblichen Steuervorteile italienischer Staatsanleihen: Erträge werden mit 12,5 Prozent besteuert, Staatspapiere sind von der Erbschaftssteuer befreit und werden bis zu 50.000 Euro nicht für die Isee-Berechnung berücksichtigt.<BR /><BR />Dass solche Produkte auf Interesse stoßen, zeigte die letzte Btp-Italia-Ausgabe: Ende Mai 2025 sammelte der Staat damit rund 8,8 Milliarden Euro ein. Auch diesmal dürfte die Nachfrage groß sein – gerade weil die Inflation vielen Sparern wieder vor Augen führt, dass Geld auf dem Konto zwar nominell gleich bleibt, real aber an Wert verlieren kann.