<BR /><BR />Die USA führen Krieg gegen den Iran, die Straße von Hormus – Nadelöhr der Öl- und LNG-Lieferungen – wird als Druckmittel eingesetzt und die Welt taumelt wegen knapp werdender Energie in einen neuen Preisschock. <BR /><BR />Erste Auswirkungen machen sich in den Inflationsdaten bemerkbar. In Italien stiegen die Verbraucherpreise im April laut vorläufigen Istat-Daten um 2,8 Prozent (nach 1,7 Prozent im März) und in der Eurozone um 3,0 Prozent (2,6 im März). Wichtigster Preistreiber sind – wenig überraschend – die Energiepreise. <BR /><BR />Dass die Teuerung auch in den kommenden Monaten zunehmen wird, gilt als sicher; unklar ist jedoch, wie stark. Die Europäische Zentralbank (EZB) geht in jüngsten Prognosen von einer Rate von 4,0 Prozent aus. Spezifische Schätzungen für Südtirol liegen zwar nicht vor. „Die Prognosen, die für Europa gelten, gelten mehr oder weniger aber auch für Südtirol“, erklärt Luciano Partacini vom Wirtschaftsforschungsinstitut der Handelskammer Bozen.<h3> Preisschock breitet sich wellenartig aus</h3>Der Preisschock wird sich laut Partacini wellenartig ausbreiten, bedeutet: „Die Teuerungseffekte brauchen je nach Warenbereich ihre Zeit, bis sie beim Endkonsumenten gelangen.“ Zunächst machen sich die höheren Energiepreise unmittelbar an den Zapfsäulen sowie bei den Heizkosten und beim Reisen bemerkbar. In einer zweiten Welle folgen meist frische und dann verarbeitete Lebensmittel, da Logistik und Produktion teurer werden.<BR /><BR />Dieser zeitverzögerte Effekt bedeutet, dass die volle Belastung für die Haushalte erst in den kommenden Monaten sichtbar wird. „Die Hauptfolgen werden wir vermutlich erst 2027 sehen“, vermutet Partachini. Klar ist für den Experten nur eines: „Je länger der Konflikt dauert, desto größer ist der dauerhafte Schaden für die gesamte Wirtschaft.“<h3>Codacons: 1.000 Euro Mehrbelastung pro Jahr</h3>Die Verbraucherschutzorganisation Codacons schlägt angesichts dieser Entwicklung Alarm. Ihren Berechnungen zufolge sind allein in den vergangenen zwei Monaten die Preise für Gas um 13 Prozent und für Flugtickets um 18 Prozent in die Höhe geschnellt. Ihrer Hochrechnung zufolge müsse eine durchschnittliche Familie mit Mehrkosten von rund 1.000 Euro im Jahr rechnen.