Dienstag, 04. Juni 2019

Teure Urlaubsfallen

Dank der EU sind Verbraucher durch das europäische Reiserecht gut geschützt. In der Praxis lauern jedoch immer noch zahlreiche Urlaubsfallen. Das Europäische Verbraucherzentrum hat am Dienstag darüber informiert.

Dank der EU sind Verbraucher durch das europäische Reiserecht gut geschützt.
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Dank der EU sind Verbraucher durch das europäische Reiserecht gut geschützt. - Foto: © shutterstock

Reiseunternehmen, die alle rechtlichen Schlupflöcher nutzen, Buchungsportale, die immer noch nicht transparent genug über alle Kosten informieren und manchmal sind es die Verbraucher selbst, die beim Buchen im Internet schlichtweg überfordert sind:  Über dies und andere Urlaubsthemen hat das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Italien am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz im Parkhotel Laurin in Bozen informiert.

„Europäische Verbraucher, die touristische Dienstleistungen nutzen, genießen weltweit einzigartige Rechte“, erklärt Walther Andreaus, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS), Trägerorganisation des Europäischen Verbraucherzentrums in Bozen.

Unternehmen versuchen häufig, den Rechtsrahmen zu umgehen

„In der Praxis stoßen wir vermehrt auf Unternehmen, die versuchen, den sehr guten Rechtsrahmen zu umgehen“, erzählt Monika Nardo, Leiterin des EVZ.

„Kürzlich hat uns zum Beispiel Herr O. aus dem Pustertal aufgesucht: Auf Gran Canaria hatte er anscheinend durch ein Rubbellos einen Urlaub gewonnen. Am Ende hat er satte 1750 Euro für 7 Tage Unterkunft auf der Insel an eine ominöse Firma bezahlt“, fährt die Expertin fort. „In diesem Fall hat die Firma die Gesetzgebung zum Time-Sharing erfolgreich umgangen und Herrn O. konnten wir nur raten, die gebuchte Unterkunft auch tatsächlich zu nutzen, auch wenn sie völlig überteuert ist“.

Kostenfalle Online-Buchung bei Flügen

In der Erfahrung des EVZ buchen Verbraucher vor allem Flüge und Unterkünfte im Internet: Durch Suchmaschinen wird man meistens zu Buchungsportalen gelotst. „Doch nicht immer läuft bei der Buchung über Online- Buchungsportale alles glatt und mitunter ist es sogar billiger, direkt bei der Fluggesellschaft zu buchen“, erklärt Milena Favretto, Beraterin im EVZ.

Der Bereich der Flugreisen gehört zu den Schwerpunkten der Beratungs- und Unterstützungstätigkeit des EVZ: Mehr als 2000 Anfragen und Beschwerden zu Flugreisen wurden im vergangenen Jahr bearbeitet.

Teure Zusatzspesen bei Flügen

In der Vergangenheit waren im Preis des Flugtickets das Einchecken am Flughafen, Freigepäck bis 20 Kilogramm, Handgepäck und Mahlzeiten an Bord inbegriffen. „Heute muss ich mir vor dem Abflug viele neue Fragen stellen“, unterstreicht Milena Favretto: Kann ich am Flughafen kostenlos einchecken? Diese und weitere Fragen sollten vorab geklärt werden, um teure Zusatzspesen zu vermeiden.

Die Expertinnen des EVZ in Bozen sind telefonisch unter der Nummer 0471 980939 und via E-Mail unter [email protected] erreichbar und bieten kostenlose Beratung und Unterstützung.

stol

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stol