<b>Wie viele Fahrlehrer gibt es in Ihrer Fahrschule?</b><BR />Sigrid Florian: Insgesamt sind wir 9 Personen, davon sind 8 Fahr- und Theorielehrer und die Neunte ist unsere Sekretärin. Unsere Angestellten haben eine 39-Stunden-Woche, und in dieser Zeit machen sie sowohl Fahrstunden mit Schülern als auch Theoriestunden und nicht zuletzt die Prüfungen.<BR /><BR /><b>Wie viel kostet bei Ihnen der Führerschein samt Prüfung und 6 Praxisstunden?</b><BR />Florian: Bei uns sind wir derzeit bei 1460 Euro.<BR /><BR /><b><BR /><div class="img-embed"><embed id="1078353_image" /></div> <BR />Wie haben sich die Preise in den vergangenen Jahren verändert?</b><BR />Florian: Von 2017 bis 2019 haben wir die Preise nicht erhöht, weder bei den Fahrstunden noch beim Grundpreis. Dann kam die große Veränderung, weil die Mehrwertsteuer in Höhe von 22 Prozent dazugekommen war. Das hatte die größte Auswirkung in den vergangenen Jahren auf den Endpreis. Wir haben deshalb auch unseren Grundpreis nur um wenige Prozent angehoben. Die Fahrstunde an sich hat seit 2017 immer denselben Preis.<BR /><BR /><b>Finden Sie die Kritik an Fahrschulen wegen der hohen Preise gerechtfertigt?</b><BR />Florian: Ich finde es schade, dass oftmals die eigenen Eltern sagen, dass die Fahrschulen zu teuer sind, statt dass sie in die Sicherheit und Zukunft der Kinder investieren. Denn eine gute Ausbildung gibt Sicherheit. Und richtig Fahren lernen braucht heutzutage Zeit. Früher war es so, dass ganz viele es schon daheim probiert haben und auch einen größeren Bezug zum Fahrzeug und zu Maschinen hatten. Das ist heutzutage nicht mehr der Fall. Bei uns kommen Schüler mit 18 und sie wissen nichts vom Fahrzeug – nicht mal, wo die Kupplung ist. Da muss man erst von Null lernen und das geht nun mal nicht mit 6 oder 7 Fahrstunden. Außerdem haben wir auch viele Kosten, die sich viele nicht bewusst sind.<BR /><BR /><b>Welche anderen Ausgaben fallen für die Fahrschule an?</b><BR />Florian: Die Mieten der Lokale sowie Strom- und Heizungskosten, die Kosten für Büromaterial und Softwares, die Lohnsteuer der Mitarbeiter, die Lizenzen, die jährlich bezahlt werden müssen, das ganze didaktische Material und nicht zuletzt der Einkauf und der Erhalt der Fahrzeuge. Jeder Fahrlehrer verfügt über seinen eigenen PKW. Zusätzlich haben wir 9 Motorräder, ein eigenes Fahrzeug für den BE-Führerschein und 2 Anhänger. Versicherung und Autosteuer sind jährlich zu zahlen, und nicht zu vergessen der Treibstoff.<BR /><BR /><b>Und die Fahrzeuge haben auch nur eine begrenzte Lebensdauer?</b><BR />Florian: Für uns war es stets wichtig, dass wir moderne Autos haben, um auch ansprechend zu wirken. Wir haben deswegen unsere PKW zirka alle 1,5 Jahre ausgetauscht. Mittlerweile ist das nicht mehr möglich. Auch, weil wir Autos mit Gangschaltung haben müssen und wir schlichtweg nur mehr schwer Autos ohne Automatikschaltung finden. Und es braucht ein manuelles Getriebe, denn: Wenn Schüler die Prüfung mit Automatik machen, dann kriegen sie das so in den Führerschein eingetragen und dürfen auch nicht manuelle Fahrzeuge fahren.<BR /><BR /><embed id="dtext86-66752551_listbox" />