Dienstag, 24. September 2019

Thomas-Cook-Pleite: Was tun, wenn man gebucht hat?

Der weltweit älteste Reisekonzern Thomas Cook (1841 gegründet) ist, wie berichtet, pleite. Die Auswirkungen werden natürlich auch die Südtiroler zu spüren bekommen: Jene, die sich gerade im Urlaub befinden, aber auch jene, die eine Reise gebucht haben.

Thomas Cook ist pleite.
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Thomas Cook ist pleite. - Foto: © APA/AFP

Nachdem die Verhandlungen mit Banken, Gläubigern und der Regierung in London gescheitert sind, ist der britische Reisekonzern Thomas Cook pleite. (STOL hat berichtet) Die britische Flugbehörde strich am Montag alle Flüge.

„Thomas Cook ist nach Tui der wichtigste Reiseveranstalter auch in Südtirol“, sagt Josef Gatterer vom Reisebüro Alpina Tourdolomit. „Der September ist aber jener Monat, in dem die Südtiroler am wenigsten Reisen unternehmen.“ Von daher seien aktuell wohl wenige Südtiroler von der Pleite von Thomas Cook betroffen, glaubt Gatterer.

Aber nichtsdestotrotz: Was mache ich, wenn ich derzeit unterwegs bin und über Thomas Cook gebucht habe? „Wenn eine Pauschalreise gebucht wurde, dann hat der Reisende einen Sicherungsschein erhalten, der ihn finanziell vor der Insolvenz schützt“, sagt Gatterer. Mit diesem Sicherungsschein komme ich derzeit als Reisender wieder vom Urlaubsziel zurück.
Umgekehrt schaut es schlechter aus: Wenn ich über Thomas Cook gebucht habe und meine Reise in diesen Tagen antreten möchte, dann könnte das unter Umständen schwierig werden: „Das Tochterunternehmen von Thomas Cook, Condor, ist aktuell noch in Betrieb, nimmt aber keine Pauschalreisenden von Thomas Cook mit, da es vor Ort Schwierigkeiten mit Hotels geben könnte“, sagt Gatterer. 

Mehr Südtiroler könnten von der Thomas-Cook-Pleite in den kommenden Monaten betroffen sein: „Es stehen die Herbstferien vor der Tür und vor allem in der westlichen Landeshälfte schließen im Spätherbst viele Hotels, was bedeutet, dass viele Urlaube anstehen“, so Gatterer. Dann werden sicher einige Südtiroler von der Thomas-Cook-Pleite betroffen sein, da der Urlaub vielfach schon gebucht sei. 

In diesem Fall hänge es davon ab, wie man gebucht hat: „Pauschalreisende müssen sich mit ihrem Sicherungsschein an die Versicherung wenden, um ihr Geld rückerstattet zu bekommen.“ Wenn man hingegen direkt gebucht hat, also keine Pauschalreise, dann könnte das Geld unter Umständen in die Konkursmasse einfließen, so Gatterer. Damit steige die Gefahr, dass man wenig bis kein Geld rückerstattet bekommt. 

Aber auch der größte Reiseveranstalter Tui habe Schwierigkeiten, sagt Gatterer: „Diese Unternehmen haben alle einen viel zu großen Kostenanteil“, was schlussendlich zu einer Art Marktbereinigung führen könnte, so der Geschäftsführer von Alpina Tourdolomit.

D/sor

stol