Donnerstag, 24. Mai 2018

Tipps für Strom- und Gasrechnungen

Welchen Tarif und welchen Lieferant sollte man wählen? Die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) informiert zum Wechsel von „geschütztem Markt“ auf „freien Markt“ von Gas und Strom. Denn in knapp einem Jahr ist es soweit: Bis spätestens Juli 2019 muss der „geschützte Markt“ abgeschafft sein.

Die VZS informiert zum Wechsel von „geschütztem Markt“ auf „freien Markt“ von Gas und Strom.
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Die VZS informiert zum Wechsel von „geschütztem Markt“ auf „freien Markt“ von Gas und Strom.

Der Angebotsrechner „Trovaofferte“ der Aufsichtsbehörde für Energie, Netze und Umwelt, ARERA, ist das geeignetste Instrument, um per Datenabgleich eventuelle Vergleiche der verschiedenen Angebote durchzuführen.

Innerhalb Jahresende 2018 wird ein neues Portal in Betrieb genommen, auf dem alle auf dem Markt befindlichen Angebote für Strom und Gas veröffentlicht werden müssen und das daher den Familien und Kleinunternehmen noch bessere Vergleichsmöglichkeiten für die von den Versorgungsunternehmen angewandten Preise ermöglichen wird.

Rechnung richtig lesen

Mit der Rechnung an der Hand ist es zunächst wichtig, den eigenen effektiven Verbrauch („kwh“ für den Strom; „smc“ – Standardkubikmeter für das Methangas), die Vertragsleistung (3 kW oder mehr) und die  Verbraucherkategorie („domestico residente“ und „domestico non residente“, also Haushaltskunde mit Wohnsitz oder Haushaltskunde ohne Wohnsitz, sowie andere Niederspannungsabnehmer) zu erkennen.

VZS erklärt anhand eines Beispiels

Für einen Haushaltskunden mit Wohnsitz in Bozen und einer Vertragsleistung von 3 kW sowie einem jährlichen Verbrauch von 2700 kWh, die auf folgende Verbrauchszeiten verteilt sind: F1=33 Prozent /F2,3=67 Prozent, betragen die derzeitigen jährlichen Kosten mit dem erweiterten Schutz circa 506 Euro (Kosten für eine kWh = 0,19 Euro).

Der günstigste Tarif, der derzeit im „Trovaofferte“ zu finden ist, beträgt 378,55 Euro (Preis für ein Jahr festgeschrieben); der ungünstigste Tarif beläuft sich auf 618,15 Euro. Das Einsparpotenzial kann in diesem Fall 240 Euro pro Jahr betragen, könnte aber auch höher liegen. Das hängt davon ab, wie hoch die Ausgaben mit dem aktuellen Tarif und dem aktuellen Betreiber jeweils sind.

Einheitstarif oder Tag- und Nacht-Tarif

Immer in Bezug auf das obige Beispiel: Wenn man die Verbrauche (2700 kWh) in F1=20 Prozent /F2,3=80 Prozent verlagert, das heißt mehr in den Abendstunden und am Wochenende verbraucht, betragen die jährlichen Kosten 503,85 Euro; das bedeutet, die Ersparnis gegenüber dem Preis für den einphasigen Verbrauch beträgt 2,04 Euro. 

Achtung, Fallen!

Man sollte die Posten beachten, aus denen sich die Rechnung zusammensetzt, insbesondere den Posten „Energierohstoff“, denn nur auf diesen kann der Lieferant einen Rabatt gewähren: Dieser Posten stellt jedoch nur 43,84 Prozent der in der Rechnung aufgeführten Gesamtkosten dar. Wenn daher jemand, auch am Telefon, einen Rabatt von beispielsweise 10 Prozent verspricht, betrifft dies nicht den gesamten Rechnungsbetrag, sondern nur diesen einen Posten – und auch diesen nicht zur Gänze. 

Was dann eventuelle „einmalige Prämien“ angeht, kann es sicher sinnvoll sein, diese zum Zwecke einer Kostenersparnis in Betracht zu ziehen, aber man sollte auch prüfen, ob sie an eine Mindestvertragsdauer gebunden sind und daher, ob sie zurückerstattet werden müssen, wenn man vorzeitig vom Vertrag zurücktritt.

stol

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