<BR /><BR />Ein Blick zurück: 2025 wurden in Südtirol über 38,2 Millionen Nächtigungen verzeichnet, ein Plus von 3,1 Prozent gegenüber 2024. Auch die Beschäftigung legte zu: Im Schnitt waren mehr als 36.600 Menschen im Gastgewerbe tätig, 4,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie aus dem Bericht des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) der Handelskammer Bozen hervorgeht.<BR /><BR />Der Aufwärtstrend setzte sich zu Beginn des Jahres 2026 fort. In den ersten beiden Monaten stiegen – auch dank der Olympischen Winterspiele in Antholz – die Nächtigungen um 3,5 Prozent.<BR /><BR />Das Geschäftsklima im heimischen Tourismus bleibt damit positiv. Fast alle Unternehmen bewerten die Rentabilität des Jahres 2025 als zufriedenstellend. Vor allem in der Beherbergung ist die Stimmung gut, während sich in der Gastronomie ein differenzierteres Bild zeigt: stagnierende Umsätze bei Restaurants – unter anderem wegen geringerer Ausgaben italienischer Gäste –, während Bars und Cafés Zuwächse verzeichnen.<h3> „Blicken mit Sorge auf die nächsten Monate“</h3>Für die kommenden Monate blicken die Touristiker jedoch mit gemischten Gefühlen nach vorne. „Für Beherbergung und Gastronomie war der Start in die Frühjahrssaison gut. Trotzdem bildet die unsichere geopolitische und wirtschaftliche Lage eine Unbekannte, deren Auswirkungen erst in den nächsten Monaten sichtbar werden“, sagt der Präsident des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV), Klaus Berger. <BR /><BR />„Steigende Transportkosten verlagern sich unweigerlich auf die Einkaufs- und Betriebskosten und beeinflussen auch die Reiseplanung von Gästen. Insofern blicken wir auch mit Sorge auf die nächsten Monate.“<BR /><BR />Ähnlich äußert sich Handelskammerpräsident Michl Ebner: „Der sprunghafte Anstieg der Transportkosten stellt die Tourismusbranche vor ein ernstes Problem.“ <BR /><BR />Er plädiert für weitere Investitionen in nachhaltige Mobilität, etwa in die Bahn. Dadurch werde einerseits der Straßenverkehr entlastet, andererseits entstehe eine kostengünstige Alternative für Gäste und Einheimische.<h3> Ruf nach Entlastungsmaßnahmen</h3>Auch die steigenden Energiekosten setzen den Betrieben zu. „Gerade kleine und mittlere Unternehmen haben nur begrenzte Möglichkeiten, solche zusätzlichen Belastungen aufzufangen“, erklärt der Präsident des Handels- und Dienstleistungsverbandes (hds), Philipp Moser. <BR /><BR />Die Folge: „Investitionen werden verschoben, unternehmerische Entscheidungen werden schwieriger und die Wettbewerbsfähigkeit leidet.“ Entlastungsmaßnahmen seien daher notwendig.<BR /><BR />Elena Messina Bonaldi, Präsidentin der Confesercenti, erwartet trotz allem stabile Zahlen: Für die kommenden Monate rechnet sie „vor einem weitgehend positiven, wenn auch uneinheitlichen Gesamtbild“ mit einer Beibehaltung des aktuellen Niveaus. <BR /><BR />„Die Probleme im Flugverkehr dürften den Nahtourismus begünstigen, in der Hoffnung auf sinkende Kraftstoffpreise. So könnte der Tourismus auch für andere Sektoren wie den Handel eine Zugkraft sein.“