Freitag, 23. Oktober 2020

Tourismuswirtschaft: „Es steht viel auf dem Spiel“

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland hat für weite Teile Italiens und auch für Südtirol eine Reisewarnung ausgesprochen. Damit befinde man sich nun in einer ähnlichen Situation wie die Nachbarn im Norden. Landeshauptmann Arno Kompatscher hatte für Donnerstag ein Treffen mit Vertretern der Tourismuswirtschaft einberufen, um gemeinsam mit Landeshauptmannstellvertreter Daniel Alfreider und Tourismuslandesrat Arnold Schuler über die aktuelle Lage zu beraten.

Die deutsche Reisewarnung trifft Südtirols Tourismus hart.
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Die deutsche Reisewarnung trifft Südtirols Tourismus hart.
Man sei sich darüber einig, dass es jetzt darum gehe, den wachsenden Infektionsdruck des Coronavirus rasch einzubremsen.

„Es steht sehr viel auf dem Spiel und dieser Gegner kennt keine Gnade“, betonte Tourismuslandesrat Schuler. Die von den deutschen Behörden ausgesprochene Reisewarnung, die am morgigen Samstag (24. Oktober) in Kraft tritt, sei aufgrund der aktuellen Entwicklungen zu erwarten gewesen, löse aber dennoch große Sorge in der Tourismuswirtschaft sowie allen damit verbundenen Wirtschaftsbereichen aus. STOL hatte über die Einstufung Südtirols als Risikogebiet berichtet.


„Disziplin und Einsicht der Bürger entscheidet, wohin die Reise geht“

„Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass Italien ein Abkommen mit Deutschland abschließt, um die häusliche Quarantänepflicht für Reiserückkehrer nach Deutschland aus Italien durch ein negatives Corona-Testergebnis zu vermeiden“, so Landeshauptmann Kompatscher, der berichtete, dass er in der heutigen Staat-Regionen-Konferenz dafür geworben habe. Gleichzeitig betonte der Landeshauptmann, dass man in Südtirol nun eine Reihe von zusätzlichen Vorsorgemaßnahmen auf den Weg gebracht habe. „Mir ist bewusst, dass die erlassenen Maßnahmen nicht ideal sind. Ich hoffe jedoch, dass die Zielsetzung verstanden und auf breiter Basis mitgetragen wird. Letztlich entscheiden die Disziplin und die Einsicht aller Bürgerinnen und Bürger darüber, wohin die Reise geht“, unterstrich der Landeshauptmann.

Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Wintersaison berichtete Landesrat Alfreider über die Sicherheitsprotokolle, die in Abstimmung mit den Vertretern der Seilbahnwirtschaft und den Nachbarregionen auf den Weg gebracht wurden und unmittelbar vor ihrem Abschluss stehen. „Damit schaffen wir die Voraussetzungen, um sichere Liftbeförderung und gesunden Wintersport zu ermöglichen“, erklärte der Mobilitätslandesrat.

Bereits im Rahmen der nächsten Sitzung der Landesregierung will Landeshauptmann Arno Kompatscher die wichtigsten Themen des gestrigen Treffens mit der gesamten Landesregierung diskutieren. Man befinde sich aktuell in einem Entscheidungsfenster, das es richtig zu nutzen gelte, betonte der Landeshauptmann.

lpa/stol