Donnerstag, 21. Mai 2015

Transporteure verärgert: Fünf Zentimeter Schnee legen Verkehr lahm

Unverständnis und Missmut macht sich unter den Warentransporteuren breit, die auf der Brennerachse unterwegs sind. „Es ist mal wieder soweit – fünf Zentimeter Schnee, kilometerlanger Stau auf der Brennerautobahn in Tirol und kein Schneeräumdienst weit und breit“, bemängelt Elmar Morandell, Obmann der Warentransporteure im lvh.

Das winterliche Bild der Asfinag-Webcam nahe der Ausfahrt Brennersee, aufgenommen am Mittwoch, 19. Mai, um 9.55 Uhr
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Das winterliche Bild der Asfinag-Webcam nahe der Ausfahrt Brennersee, aufgenommen am Mittwoch, 19. Mai, um 9.55 Uhr - Foto: © STOL

Anlass seines Ärgers, was die Situation auf der A22 am Mittwoch (STOL hat berichtet). Ab neun Uhr morgens wuchs die Lkw-Kolonne aufgrund der Schneefälle auf der Brennerautobahn auf Tiroler Seite bis auf 40 Kilometer an.

„Die Schneefälle sind von Meteorologen vorhergesagt worden. Deshalb ist es für uns unverständlich, weshalb Tirol nicht darauf vorbereitet war und unsere Lkws mal wieder feststeckten“, ärgert sich Morandell, Obmann der Warentransporteure im lvh.

 

Elmar Morandell, Obmann der Warentransporteure im lvh. Foto: lvh

„Genau dieselbe Situation hatten wir letzten Herbst, als anscheinend unerwartete Schneefälle einsetzten. Es ist einfach nur beschämend“, erinnert Morandell.

Die Frächter würden durch solche Situationen große finanzielle Einbußen verzeichnen, da die Ladung nicht rechtzeitig zur Abladestelle komme. Die Einkaufsregale könnten nicht aufgefüllt werden und der Verbraucher nicht zufrieden gestellt werden.

„Wir als Transportunternehmer können diese Kosten nicht tragen und werden sie deshalb an den Endverbraucher weiterverrechnen müssen“, so der Obmann.

Außerdem mussten die Fahrer die Nacht im Lkw verbringen, da sie gezwungen sind, die vom Gesetzgeber vorgegebenen Lenk- und Ruhezeiten zu überschreiten. „Diese unvorhergesehenen Blockaden sind für uns immer mit einem Mehraufwand an logistischer Organisation verbunden“ betont Morandell, „genau wie jene Staus, die sich aufgrund des im Herbst wiederkehrenden sektoralen Fahrverbots bilden werden.“

Die Südtiroler Warentransporteure fordern die Tiroler Landesregierung auf, die Luftwerte des gestrigen Tages zu veröffentlichen, welche die Grenzwerte überschritten haben dürften. Schuld daran seien allerdings nicht die Lkws, sondern die mangelhafte Organisation des Tiroler Straßendienstes.

stol/ker

stol