Wären die öffentlichen Bilanzen nicht in Ordnung, hätte es nicht einmal dieses ungenügende Wachstum gegeben“, sagte Tremonti nach Medienangaben vom Dienstag.Der Wirtschaftsminister hob die Leistungen der Regierung Berlusconi in den letzten drei schwierigen Jahren hervor.„Wir haben nicht nur die öffentlichen Finanzen in Ordnung gehalten, sondern den sozialen Zusammenhalt garantiert. Das ist nicht nur der Regierung, sondern auch der Struktur des ganzen Landes zu verdanken“, erklärte der Minister.Tremonti meinte, dass Italien dringend Reformen benötige. Wichtig sei vor allem eine Reform des Steuersystems. „Die Phase der Reformen hat in Italien gerade begonnen und muss fortgesetzt werden. Reformen können aber nicht in einem kurzen Zeitraum durchgeführt werden“, sagte Tremonti.Wegen der drohenden Herabstufung der Kreditwürdigkeit will Italiens Regierung ihr Sparpaket früher auf den Tisch legen. Das Programm mit einem Volumen von 35 bis 40 Mrd. Euro soll statt im September nun schon im Juni präsentiert werden. Mit dem Sparpaket will Italien das Defizit bis 2014 auf Null drücken.Italien hatte im April die Wachstumsprognosen für seine Wirtschaft nach unten revidiert. Im laufenden Jahr rechnen die Experten um Wirtschaftsminister Tremonti mit einem Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent, das sind 0,2 Prozent weniger als aus den letzten Prognosen des vergangenen September hervorgeht. 2012 rechnet das Schatzministerium mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,3 Prozent.Schwieriger gestaltet sich der Kampf gegen die Verschuldung, die 2011 auf 120 Prozent klettern dürfte. 2012 soll sie dann auf 117,5 Prozent und 2013 auf 116,9 Prozent sinken. Optimistisch zeigen sich die Experten, was die Entwicklung der Beschäftigungslage in Italien betrifft. 2011 soll die Beschäftigungsrate um 0,3 Prozent wachsen, während sich die Arbeitslosigkeit auf 8,4 Prozent stabilisieren sollte. 2012 dürfte die Arbeitslosigkeit auf 8,3 Prozent sinken. Das Schatzministerium rechnet, dass der Konsum weiterhin stagnieren wird. In diesem Jahr dürfte der Privatkonsum nur sehr leicht wachsen. apa/dpa