„Man kann den Steuerdruck nicht senken, wenn wir noch das Defizit bekämpfen müssen. Das wäre verantwortungslos“, sagte Tremonti bei der Jahresversammlung des Handwerkerverbands Confartigianato in Rom. Die Staatskassen unter Kontrolle zu halten, habe in der jetzigen Phase absolute Priorität. Der Minister stellte auch die Grundlinien seiner Steuerreform vor, die zu einer tiefgreifenden Entbürokratisierung zugunsten der Unternehmen führen sollte. Laut Tremontis Plan sollen die fünf Steuersätze bei der Einkommenssteuer (IRPEF) auf drei reduziert werden; zudem könne es fünf große Steuerkategorien geben, in die viele kleine Steuern einfließen. Damit soll das komplizierte System vereinfacht werden.Tremonti denkt auch an eine Steuerreduzierung für neugegründete Unternehmen, mit der er der flauen Wirtschaft neuen Schwung zu verleihen hofft. Laut Tremonti könnten vor allem viele der 471 Steuerbefreiungen für Gutverdiener fallen, die 150 Milliarden Euro im Jahr ausmachten. Es gelte Steuervorteile für jene abzuschaffen, die mit großen SUV's unterwegs seien, provozierte Tremonti. Hier gebe es einiges zu tun, so der Finanzminister. Der "Corriere della Sera" (Mittwoch-Ausgabe) schreibt, dass für eine Steuersenkung die Ausgaben des Staates um ca. 15 bis 20 Milliarden Euro gekürzt werden müssten, damit die Senkungen bei allen Steuerzahlern ankommen. Um die Wirtschaft spürbar entlasten zu können, müsse aber weitaus mehr Geld eingespart werden.Tremonti handelt unter dem Druck der wachsenden Staatsschuld Italiens, die im April ein Rekordhoch von 1890,6 Milliarden Euro erreicht hat. Das sind 2,5 Prozent mehr als zu Jahresbeginn. Gegenüber April 2010 stieg Italiens Verschuldung um 75,2 Milliarden. Die Faktoren, die zur schweren Finanz- und Wirtschaftskrise geführt haben, bestünden immer noch, warnte Tremonti . Dies steigere die Unsicherheit und die Instabilität des internationalen Wirtschaftssystems.mit