Das sind 10,8 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025 und 20,2 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2024. Damit liegt Trentino-Südtirol im regionalen Vergleich auf dem vierten Platz, hinter Latium, der Lombardei und der Toskana. <BR /><BR />Die Zahlen stammen aus den Schätzungen des Beobachtungszentrums für die Ortstaxe des italienisches Beratungs- und Forschungsunternehmen im Tourismusbereich JFC.<BR /><BR />Der Anstieg der Einnahmen ist nicht allein auf mehr Touristen zurückzuführen. Nach den bislang verfügbaren Istat-Daten für die ersten drei Monate 2026 stiegen die Ankünfte landesweit um 4,2 Prozent, die Übernachtungen sogar um 7,5 Prozent. Eine wichtige Rolle spielen zudem höhere Tarife und die zunehmende Zahl jener Gemeinden, die eine Ortstaxe einführen. Nach Angaben des JFC-Beobachtungszentrums wird die Abgabe inzwischen in 1.411 italienischen Gemeinden erhoben. <BR /><BR />2025 waren es 1.389. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in den touristischen Ortschaften Südtirols. Wolkenstein in Gröden verzeichnete zum Beispiel im ersten Halbjahr 2026 einen Anstieg der Einnahmen aus der Ortstaxe um 26,5 Prozent auf rund 2,6 Millionen Euro. Für Trentino-Südtirol bestätigt sich damit ein klarer Trend: Die Ortstaxe entwickelt sich zu einer zunehmend wichtigen Einnahmequelle der Tourismusgemeinden. Die Kombination aus steigenden Übernachtungszahlen, höheren Tarifen und einer breiteren Anwendung der Abgabe lässt die Einnahmen weiter wachsen. In der renommierten Dolomiten-Bergortschaft Cortina d'Ampezzo haben die Olympischen Winterspiele im Februar zwar zu einer größeren Bekanntheit und einer Stärkung des Images der Ortschaft beigetragen, nicht jedoch zu höheren Einnahmen aus der Tourismusabgabe. Diese gingen vielmehr um 4,3 Prozent zurück, ergab die Studie.<BR /><BR />Italienweit haben die Gemeinden in den ersten sechs Monaten 2026 insgesamt mehr als 438 Millionen Euro aus der Ortstaxe eingenommen. <BR />Das entspricht einem Plus von 13 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr<BR />2025 und von rund 30 Prozent gegenüber 2024. Für das Gesamtjahr erwartet JFC Einnahmen von rund 1,308 Milliarden Euro. 2025 waren es etwa 1,15 Milliarden Euro. Rom führt die Rangliste mit 110,6 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2026 deutlich an. Mailand folgt mit 65,8 Millionen Euro. Dort haben insbesondere höhere Tarife zu einem kräftigen Anstieg beigetragen. Auch Neapel und Bologna verzeichneten deutliche Zuwächse.<BR /><BR />Bis vor wenigen Jahren musste die Tourismussteuer nur in wenigen Kulturstädten bezahlt werden. Angesichts der Millionen Übernachtungsgäste, die jährlich in Italien gemeldet werden, gilt die Abgabe allerdings inzwischen als wahrer Segen für die Gemeindekassen. <BR />Mit der Steuer sollen die hohen Ausgaben für den Erhalt der Palazzi, Monumente und Denkmäler sowie der Parks finanziert werden. Allzu oft deckt die Tourismussteuer jedoch auch das Defizit der Gemeindekassen. <BR /><BR />Zu den Städten mit den höchsten Tourismussteuern zählen Rom und Venedig.