Dienstag, 07. Juli 2020

Freier Sonntag im Trentino – hds lobt „Mut der Landesregierung“

Mittels Landesgesetz hat die Autonome Provinz Trient hat vor kurzem die Geschäftsöffnungszeiten neu geregelt und die Sonn- und Feiertagsschließungen wieder eingeführt. Das Trentiner Landesgesetz sieht eine grundsätzliche Schließung der Geschäfte mit Ausnahmen für hochtouristische Orte und bei bestimmten Anlässen vor. In den Reihen des hds stößt diese Entscheidung auf breiten Zuspruch.

Der hds spricht sich weiterhin für die verkaufsfreien Sonntage (mit Ausnahmeregelungen) aus.
Der hds spricht sich weiterhin für die verkaufsfreien Sonntage (mit Ausnahmeregelungen) aus. - Foto: © TV Eppan/Daniel Mair
„Die Entscheidung wurde vom dortigen Landtag mit breiter Mehrheit und ohne Gegenstimme getroffen. Auch die Trentiner haben – wie Südtirol – keine primäre Kompetenz in diesem Bereich. Aber allein der Mut und die Konsequenz, mit denen die verantwortlichen Entscheidungsträger in der Nachbarprovinz das Ganze durchgezogen haben, zeigt, dass mittlerweile die Sensibilität für die Sonntagsruhe auch über unsere Grenzen hinaus Vorrang und oberste Priorität hat“, kommentiert Philipp Moser, Präsident des Handels- und Dienstleistungsverbands (hds).

Auch der hds hatte kürzlich lediglich für eine Öffnung der Geschäfte in den 24 hochtouristischen Orte in Südtirol – also in jenen, die 120 Nächtigungen pro Einwohner im Jahr überschreiten - plädiert. Wie sich am Ende jedoch herausgestellt hat, ist diese Ausnahmeregelung nur für einige Orte rechtlich nicht haltbar. Daher wird auch im Bezug auf das Trentiner Landesgesetz mit Gegenwind aus Rom gerechnet.

Lösung auf Südtirol zuschneiden

Der hds plädiert allerdings nach wie vor für eine lokale Bestimmung der Öffnungszeiten und für geregelte Sonntagsöffnungen im Sinne der Vielfalt des Südtiroler Handels. „Wir brauchen eine auf die Bedürfnisse Südtirols zugeschnittene Lösung, die auch Ausnahmen für die Tourismusorte sowie für Nahversorgungs- und Traditionsbetriebe vorsieht“, so der hds-Präsident.

Voraussetzung für eine eigene Landesregelung ist, dass auch für die Öffnungszeiten die Zuständigkeit vom Staat an das Land übergeht und die Materie wieder autonom geregelt wird. Eine entsprechende Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut hat das Land bereits in Rom eingebracht. „Darauf aufbauend kann dann eine eigene Südtiroler Regelung verabschiedet werden“, so Moser abschließend.

stol